Zürich
Auffällige Personen rund um jüdische Schule löst Polizeieinsatz aus

Unbekannte Personen, die sich verdächtig im Umfeld einer jüdischen Schule im Kreis 4 verhielten, sorgten für einen Einsatz der Stadtpolizei Zürich. Nach den Anschlägen in Paris ist die Angst gross – entsprechend reagiert die Polizei entschlossen.

Oliver Graf
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Verdächtiges Verhalten löst Polizeieinsatz in Zürich aus
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Unbekannte Personen, die sich verdächtig im Umfeld einer jüdischen Schule im Kreis 4 verhielten, sorgten für einen Einsatz der Stadtpolizei Zürich.
Unbekannte Personen, die sich verdächtig im Umfeld einer jüdischen Schule im Kreis 4 verhielten, sorgten für einen Einsatz der Stadtpolizei Zürich.
Unbekannte Personen, die sich verdächtig im Umfeld einer jüdischen Schule im Kreis 4 verhielten, sorgten für einen Einsatz der Stadtpolizei Zürich.
Unbekannte Personen, die sich verdächtig im Umfeld einer jüdischen Schule im Kreis 4 verhielten, sorgten für einen Einsatz der Stadtpolizei Zürich.
Unbekannte Personen, die sich verdächtig im Umfeld einer jüdischen Schule im Kreis 4 verhielten, sorgten für einen Einsatz der Stadtpolizei Zürich.
Unbekannte Personen, die sich verdächtig im Umfeld einer jüdischen Schule im Kreis 4 verhielten, sorgten für einen Einsatz der Stadtpolizei Zürich.
Unbekannte Personen, die sich verdächtig im Umfeld einer jüdischen Schule im Kreis 4 verhielten, sorgten für einen Einsatz der Stadtpolizei Zürich.
Unbekannte Personen, die sich verdächtig im Umfeld einer jüdischen Schule im Kreis 4 verhielten, sorgten für einen Einsatz der Stadtpolizei Zürich.
Schöntalstrasse in Zürich

Verdächtiges Verhalten löst Polizeieinsatz in Zürich aus

Newspictures

Was genau hinter dem Alarm steckt, war auch gestern Abend noch immer nebulös. Klar ist einzig, dass es für die Stadtpolizei Zürich «viele Verdachtsmomente» gegeben hatte, die einen grösseren Polizeieinsatz rechtfertigten, wie Stapo-Sprecher Marco Cortesi gestern sagte.

Gesichert scheinen zumindest die Umstände zu sein: Am Mittwoch hatten verschiedene Personen im Umfeld einer jüdischen Schule an der Schöntalstrasse nahe des Stauffacherquais verdächtigte Beobachtungen gemacht. Laut Cortesi hatte sich zunächst im Verlaufe des späteren Nachmittags ein Mann «sehr verdächtig verhalten, mehrfach».

Im Laufe des Abends sei auch ein Fahrzeug aufgefallen, das mehrmals seltsam am Gebäude vorbeigefahren sei. Zu diesem Zeitpunkt sei zudem ein Mann «in dubioser Art und Weise» unterwegs gewesen. Ob es sich dabei um zwei verschiedene Personen oder denselben Mann gehandelt hatte, ist offenbar unklar. «Im Hintergrund laufen die Ermittlungen zu allen Meldungen auf Hochtouren», sagte Cortesi.

Weshalb die unbekannten Personen zu Fuss und im Auto verdächtig schienen und den Angestellten und den Schülern aufgefallen sind, bleibt vorerst noch etwas im Dunkeln: Die Stadtpolizei wollte gestern diesbezüglich keine weiteren Details verraten. Verschiedene Augenzeugen berichten aber von einem Mann, der offenbar zahlreiche Fotos von verschiedenen Seiten des betreffenden Gebäudes geschossen haben soll. Er soll dabei auch von Überwachungskameras gefilmt worden sein.

Der Fernsehsender «TeleZüri» berichtete gestern auch, dass am auffälligen Fahrzeug belgische Kennzeichen montiert gewesen sein sollen, womit natürlich Erinnerungen an die Anschläge von Paris aufkommen.

Polizeisprecher Marco Cortesi sagte, dass die gemeldeten Beobachtungen an sich kein «strafrechtlich relevantes Verhalten» beinhalten. Aber die vielen Auffälligkeiten, die innert kurzer Zeit registriert wurden, hätten die Stadtpolizei hellhörig machen lassen, sie habe sofort reagieren müssen.

So wurde das Gebäude an der Schöntalstrasse gleich von Mittwochabend an von – wie es von weither sichtbar war – bewaffneten Stadtpolizisten bewacht. Gestern Morgen wurde zusätzlich zu den Präsenz markierenden Polizisten auch die Schöntalstrasse zwischen Stauffacherquai und Hallwylstrasse mit Absperrgittern für jeglichen Verkehr gesperrt. Damit sollte «die Situation eingefroren» werden, wie Mediensprecher Marco Cortesi begründete.

Der Betrieb in der jüdischen Tagesschule, in der rund 180 Primar- und Sekundarschüler unterrichtet werden, wurde gestern trotz des Polizeieinsatzes und den verschiedenen Beobachtungen vom Vortag weitgehend im gewohnten Gang aufrechterhalten.

Auch die Strassensperre ist gestern bereits wieder aufgehoben worden. Die Zürcher Stadtpolizei hat aber in Absprache mit den Verantwortlichen der Schule weitere Sicherheitsmassnahmen eingeleitet, die sie aus polizeitaktischen Gründen nicht weiter erläutert.

Nach den Anschlägen von Paris sind laut Cortesi jüdische Institutionen nicht stärker in den Fokus gerückt. Die Sensibilität sei nach den tragischen Ereignissen in Frankreich aber allgemein grösser geworden. Das bestätigt auch Herbert Winter, der Präsident des schweizerischen israelitischen Gemeindebunds. Es seien nach den Anschlägen von Paris nicht mehr Drohungen registriert worden. «Aber klar ist, dass die Verunsicherung auch in der Schweiz in jüdischen Kreisen zunimmt.»