Reality-Show
Auf der Suche nach der Grossmutter mit den besten Ratschlägen

In «The Gran Plan» sollen Grosis Menschen in schwierigen Lebenssituationen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es werden die drei besten «Beraterinnen» bei auf TV24 auftreten. Auch die «Optik» der Grosis ist entscheidend, sagt Produzent Auf der Mauer.

Adrian Portmann
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Beim Casting von «The Gran Plan» wurden die Grossmütter in Dreierteams auf ihre Fernsehtauglichkeit geprüft.

Beim Casting von «The Gran Plan» wurden die Grossmütter in Dreierteams auf ihre Fernsehtauglichkeit geprüft.

Marc Dahinden

Benny, Vivian und Agnes mit Hündchen Flöckli sitzen vergnügt in der Ecke eines Restaurants in Wallisellen. Die drei älteren Damen diskutieren über das Resultat der Masseneinwanderungsinitiative, schauen sich auf einem iPad das Musikvideo zu Gangnamstyle an und sprechen über das umstrittene Popsternchen Miley Cyrus. Während die drei Grossmütter wild gestikulierend darüber diskutieren, wie sie einem Single helfen würden, eine Freundin zu finden, ist Flöckli auf Agnes’ Schoss längst weggedöst.

Beim Treffen handelt es sich nicht etwa um einen gewöhnlichen Kaffeeklatsch, sondern um die zweite Castingrunde für die Fernsehserie «The Gran Plan» des Fernsehsenders TV24. Gesucht werden «drei willensstarke Grossmütter, die junge Menschen mit Alltagsproblemen unterstützen», heisst es im Beschrieb zur Sendung.

Vivian ist eine von 15 Frauen, die es in die nächste Castingrunde geschafft hat und deshalb bereits zum zweiten Mal eingeladen wurde. «Mich faszinieren die unterschiedlichen Charaktere der Menschen und ihre Probleme», begründet die Zürcherin ihren Wunsch, bei der TV-Serie mit dabei zu sein.

Grosis wollen nicht zum «Löli» gemacht werden

Reality-Formate wie «Frauentausch» oder «Schuldenberater Peter Zwegat» sind im deutschen Privatfernsehen seit Jahren zu sehen und beim Publikum beliebt. Die dreifache Grossmutter findet solche Sendungen «lehrreich». «Sobald jemand zum Löli gemacht wird, hört der Spass für mich aber auf.» Sollte es mit «The Gran Plan» in diese Richtung gehen, habe sie keine Skrupel, abzubrechen, sagt die 64-Jährige.

Der Produzent, Michael Auf der Mauer, möchte in seiner Sendung niemanden lächerlich machen. «Unser Anspruch ist es, die Probleme der Kandidaten mit Hilfe der Grossmütter zu lösen.» Viel Zeit für die grosselterliche Unterstützung bleibt jedoch nicht. Eine Folge dauert 30 Minuten. Die Drehzeit für eine Folge beträgt drei Tage. «Es handelt sich um eine aufwändige Produktion», sagt Auf der Mauer.

Die erste Staffel umfasst sechs Folgen, in denen sich das ausgewählte Grossmutter-Dreierteam jeweils um einen neuen Fall kümmert. Während des Castings beobachtet auf der Mauer, wie die Grossmütter im Team miteinander harmonieren. «Einerseits müssen sie spontan und humorvoll sein, andererseits sollen sie aber auch ernst sein können.» Zudem spiele natürlich auch die Optik eine gewisse Rolle.

Das Aussehen der 73-jährigen Maria erinnert an die 2011 verstorbene Schweizer Schauspielerin Stephanie Glaser. Wie Vivian und die anderen Frauen hat sie es ebenfalls in die zweite Castingrunde geschafft. Aufmerksam auf «The Gran Plan» wurde die fünffache Grossmutter durch einen Beitrag auf Tele Züri. «Ich war wieder einmal vor dem Fernseher eingeschlafen.

Als ich auf dem Sofa erwacht bin, sah ich das Werbevideo.» Ihr Mann wisse nichts von ihren Plänen. «Das wird eine grosse Überraschung für ihn», sagt die ehemalige Serviceangestellte.

Kandidaten gesucht

Die Ausstrahlung von «The Grand Plan» wird auf dem neuen Privatsender TV24 aus dem Hause AZ-Medien erfolgen. Daneben werden die Grossmütter auf Tele Züri, Tele M1 und Tele Bärn zu sehen sein. Die Reality-Serie wird gleichzeitig mit TV24 im zweiten Quartal dieses Jahres anlaufen. «Ein Datum kann ich nicht nennen», sagt Laura Berndt, Marketingverantwortliche bei den AZ-Medien.

Der Zeitplan ist straff: Es müssen nicht nur Grosis, sondern auch deren Schützlinge gefunden werden. Das sei nicht ganz so einfach, sagt Produzent Michael Auf der Mauer.