Flughafen
Auf dem Sprung nach Sotschi: Kloten rüstet sich für Ammann und Co.

Der vierfache Olympiasieger Simon Ammann wird heute ab Zürich nach Sotschi fliegen. Der erfolgreiche Skispringer sollte gegen 10.45 Uhr in einem Airbus A330 der Fluggesellschaft Edelweiss Air abheben.

Heinz Zürcher
Merken
Drucken
Teilen
Frenetischer Empfang am Flughafen: Die Olympiasieger Mike Schmid und Simon Ammann vor vier Jahren bei ihrer Ankunft in der Schweiz..

Frenetischer Empfang am Flughafen: Die Olympiasieger Mike Schmid und Simon Ammann vor vier Jahren bei ihrer Ankunft in der Schweiz..

Keystone

Mit an Bord sind auch die alpinen Skifahrer, darunter Didier Défago, Carlo Janka und Lara Gut sowie Medienvertreter und Fans. Der Abflug der Eishockey-Nationalmannschaft ist am Donnerstag, dem Tag vor der Eröffnungsfeier, vorgesehen.

Die Schweizer Delegation ist so gross wie noch nie. Swiss Olympic hat 163 Athleten gemeldet. Hinzu kommen Trainer und Betreuer. Ein Teil der Athleten ist bereits Mitte letzter Woche mit Linienflügen von Zürich nach Sotschi abgereist. Sie mussten jedoch Umwege in Kauf nehmen. Der erste Direktflug startete am Freitag in Kloten. Der Airbus A320 der bulgarischen BH Air war bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch die weiteren Direktflüge sind praktisch ausgebucht.

Konkurrenz im gleichen Flieger

Insgesamt 15 Direktflüge werden ab Zürich angeboten, durchgeführt von den Fluggesellschaften Edelweiss Air (in Kooperation mit Swiss) sowie von Air Berlin und BH Air. Bis zum 10. Februar sind alle Maschinen ausgebucht. Die meisten fliegen aber bis zum 9. Februar leer in die Schweiz zurück.

Seit den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2009 organisiert Globetrotter die Reisen der Schweizer Delegation. Für Sotschi hat der Reisepartner von Swiss Olympic erstmals die Charterflüge selber arrangiert. Ein Grund für die Vielzahl von Direktflügen ist, dass die Athleten ausgeruht in Sotschi ankommen wollen. Mit Linienflügen hätten sie beispielsweise über Moskau oder Istanbul reisen müssen und wären teilweise erst nachts gelandet, sagt Dany Gehrig, Sprecher von Globetrotter.

Dass die Flüge so gefragt sind, freut ihn. «Die Auslastung übertrifft unsere Erwartungen.» Gebucht haben nicht nur Schweizer Sportler, Betreuer und Fans, sondern auch ausländische Athleten. «Wir haben Olympiateilnehmer aus Frankreich, Italien, Kanada, Chile und sogar aus Australien auf der Passagierliste», erklärt Gehrig. Es sind vorwiegend Sportler, die in Europa einen Wettkampf bestritten haben und über die Schweiz direkt nach Russland reisen.

Gepäckabgabe im Parkhaus

Damit die Athleten stressfrei abreisen können, werden im Terminal 2 je nach Passagierzahl bis zu sechs Check-in-Schalter für sie reserviert. Doch nicht alle geben dort ihr Gepäck auf. «Teams mit viel Material fahren direkt ins derzeit leer stehende Parkhaus P5 und geben es dort ab», so Gehrig. «Wir befördern es dann zum Terminal.»

Doch nicht alles gelangt gleichzeitig ans Ziel. Rund 50 Tonnen Material musste mit Lastwagen, per Schiff- oder Luftfracht transportiert werden. Vor allem das Schweizer Fernsehen, das mit 340 Mitarbeitern vor Ort ist, sah sich gezwungen, einen Teil der Ausrüstung vorzeitig zu verschicken. Allein für die alpinen Skirennen, die die Schweizer Produktionsfirma TPC mit 42 Kameras aufnimmt, nahmen drei Übertragungswagen sowie fünf Materialwagen den über 5300 Kilometer langen Weg nach Russland unter die Räder. Auch die Bobs wurden bereits mit Lastwagen und Schiff auf die Reise geschickt.

Der erste Direktflug aus Sotschi nach Zürich ist am 10. Februar geplant. Gleich sechs Charterflüge sind am 24. Februar, am Tag nach der Schlussfeier, vorgesehen. Wer sich als Fan einen der Sitzplätze gesichert hat, hat auch die Chance, mit einer Olympiasiegerin oder einem Olympiasieger nach Hause zu fliegen.

Ort für Empfänge gesucht

Wo aber die Fans in der Heimat die siegreichen Athleten bejubeln können, ist noch ungewiss. Aufgrund der engen Platzverhältnisse in den Ankunftsbereichen des Flughafens Kloten soll es dort keine grossen Empfänge mit mehr als 100 Anhängern mehr geben. Andernfalls würden gemäss Flughafenbetreiberin der Betrieb beeinträchtigt und die Sicherheit gefährdet.

«Dafür haben wir Verständnis», sagt Daniel Stegmann von Swiss Olympic. Für die Fans soll es dennoch eine Möglichkeit geben, die Olympia-Helden gebührend begrüssen zu können. Unter anderem werde mit der Stadt Kloten nach Lösungen gesucht. Wo ein Empfang durchgeführt werden könne, sei noch offen. Sobald man wisse, dass mit einem Grossaufmarsch an Fans zu rechnen sei, werde rechtzeitig über Standort und Zeitpunkt informiert.