Hundesteuer
Auch «Kleine, zappelige Hunde» erhalten keine Steuerfreiheit

Die Hundesteuer in der Stadt Zürich wird nicht gesenkt. Eine Mehrheit des Stadtparlaments hat am Mittwoch eine entsprechende Weisung des Stadtrates zustimmend zur Kenntnis genommen. Einzig die SVP plädierte für eine Senkung.

Merken
Drucken
Teilen
Auch für "kleine, zappelige Hunde, die nur Freude bereiten" und besonders wohlerzogene Hunde muss weiterhin die volle Hundesteuer bezahlt werden.

Auch für "kleine, zappelige Hunde, die nur Freude bereiten" und besonders wohlerzogene Hunde muss weiterhin die volle Hundesteuer bezahlt werden.

André Fritschi

In der Stadt Zürich bezahlt ein Hundebesitzer derzeit 160 Franken Hundesteuer: 130 Franken gehen an die Gemeinde, 30 Franken an den Kanton. Hinzu kommt für Neu-Besitzer eine einmalige Schreibgebühr von 20 Franken.

Im schweizweiten Vergleich sei die Stadtzürcher Steuer "wahnsinnig überrissen", befanden Vertreter der SVP und reichten 2010 ein Postulat ein, das den Verzicht auf die Anhebung der Hundesteuer verlangt. Die Stadt Zürich solle solidarisch sein mit den vielen alten Damen und ihren Hündchen, und die 30 Franken, die der Kanton seit 2010 erhebe, übernehmen.

Davon wollte schon der ehemalige Polizeivorstand Daniel Leupi (Grüne) nichts wissen. Dennoch wurde das Postulat unterstützt, einzig GLP und AL waren dagegen. Später bröckelte die Allianz. Leupis Nachfolger, Richard Wolff (AL), hatte am Mittwoch leichtes Spiel. Einzig die SVP nahm die entsprechende Weisung ablehnend zur Kenntnis.

Wolff als Hundefreund

Wolff bezeichnete sich als "grossen Hundefreund". Dennoch verstehe er nicht, weshalb man sich über die Gebühr so ereifere. Die Stadt bereichere sich in keiner Art und Weise an den rund 7000 Hunden, respektive an deren Besitzer.

Vertreter der SVP rechneten jedoch vor, dass wohl auch eine Steuer von 100 Franken kostendeckend sei, um etwa die mehreren hundert Robidog-Kästen zu leeren.

Vorgebracht wurde auch die Idee, dass für "kleine, zappelige Hunde, die nur Freude bereiten", keine Steuer zu bezahlen sei. Für grössere, gut erzogene Hunde sollte die Steuer nicht um die 30 (Kantons)-Franken erhöht werden. Gehör fanden die Vorschläge nicht, sie sorgten jedoch für Heiterkeit im Rat.