Morgen Donnerstag hätte er sie bei einem wärmenden Punsch-Apéro einweihen wollen. Doch der umtriebige Üetliberg-Chef Giusep Fry kann seine geplante Schlittschuhbahn auf der Panoramaterrasse vorerst nicht bauen.

Ende November hatte Fry angekündigt, dass er nach dem gerichtlich angeordneten Abbruch des Glaspavillons, den er 2002 auf der Terrasse ohne Baubewilligung erstellen liess, an dessen Stelle eine Kunststoff-Eisfläche einrichten wolle.

Doch das gestaltete sich nun nicht so einfach, wie anfänglich gedacht. Fry ging davon aus, dass keine Bewilligung für die höchste Stadtzürcher Schlittschuhbahn notwendig sein werde. Die Gemeinde Stallikon, auf deren Hoheitsgebiet der Zürcher Hausberg liegt, widersprach. Sie forderte auch für die temporäre Anlage ein ordentliches Baubewilligungsverfahren. Giusep Fry hielt an seinem Projekt fest. Er werde, teilte sein Mediensprecher mit, «alle dafür notwendigen Bewilligungen einholen».

Das Verfahren dauert aber seine Zeit. «Die erforderliche Behandlungsfrist liegt erfahrungsgemäss bei drei bis vier Monaten», hielt die Gemeinde in einem Schreiben an den Üetliberg-Chef fest. Und tatsächlich; über die Feiertage konnte noch nicht einmal das Baugesuch amtlich publiziert werden. Diese Veröffentlichung ist nun am kommenden Freitag vorgesehen – danach beginnen die üblichen Fristen zur Einsichtnahme und zur Rekurserhebung zu laufen. Vor Ende des Winters wird nicht mehr über das Gesuch entschieden.

Giusep Fry «will weitere Rechtsstreitigkeiten um den Üetliberg vermeiden». Er hat sein Projekt deshalb gestoppt und die Bahneröffnung auf den nächsten Winter verschoben. Vorerst bleibt die Sonnenterrasse damit unbebaut (und wird einfach mit Stühlen und Tischen als Sonnenterrasse genutzt).

Giusep Fry, der seit 1999 die 25 000 Quadratmeter grosse Anlage auf dem Gipfel besitzt, ist aber verärgert. Er wirft der Standortgemeinde eine «obstruktive Haltung» vor. In einer Medienmitteilung lässt er sich mit den Worten zitieren: «Wir hoffen nun, dass uns die Gemeinde Stallikon nicht noch weitere Steine in den Weg legt und für jeden Gartenstuhl eine Baubewilligung in siebenfacher schriftlicher Ausführung haben will.»

Die Gemeinde stellt sich auf den Standpunkt, dass die geplante Schlittschuhbahn in ihren Augen bewilligungspflichtig sei. Und in diesem Fall müsse, wie andernorts und bei anderen Bauherren auch, ein ordentliches Verfahren durchgeführt werden.

Der Üetliberg-Hausherr lässt sich aber nicht aus dem Takt bringen. Wie in den vergangenen Jahren, seit er den etwas verstaubten «Uto Kulm» übernommen und zu einem mondänen Viersternehotel weiterentwickelt hat, will Fry weiter in den Zürcher Gipfel investieren. Er kündigt an, in den kommenden Wochen neue gastronomische Angebote einführen zu wollen. Zudem steht Mitte April die Eröffnung des neuen Restaurants «Allegra» an. Und im Winter 2015/16 will Fry schliesslich seine Schlittschuhbahn eröffnen, die dank ihres Kunststoffgleitbelages ohne Kühlung und Strom auskommen wird.

Das derzeit noch hängige Baugesuch wird bis zur nächsten Wintersaison behandelt sein. Eine Ablehnung könnte Fry anfechten, eine Gutheissung könnte wiederum Heimatschutzorganisationen auf den Plan rufen.