Eigentlich würden sie alle gleich viel verdienen, die Zürcher Regierungsräte. Doch weil sie Sitzungsgelder von Mandaten bis zu 500 Franken behalten dürfen, verdienen einige deutlich mehr. SVP-Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker hat im Jahr 2013 zusätzlich zu seinem Regierungsratsgehalt satte 33 800 Franken verdient. Dazu kommen 1852.50 Franken Spesen. Stocker vertritt den Kanton in diversen Unternehmungen, etwa den EKZ, der Flughafen Zürich AG, der Messe Schweiz, der Interkantonalen Landeslotterie und der Schweizerischen Nationalbank.

Auf Platz zwei der Nebenverdienste liegt sein Parteikollege Markus Kägi, Vorsteher der Baudirektion. Für seinen Einsitz in den Verwaltungsräten von Axpo und den EKZ durfte er 16 600 Franken an Sitzungsgeldern behalten. Seine Spesen beliefen sich auf 823.20 Franken.

Drittplatzierte ist Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP). Ihr Mandat bei den Rheinsalinen brachte ihr 6750 Franken an Sitzungsgeldern ein, auf Spesen verzichtete sie. Der grüne Justizdirektor Martin Graf behielt 4600 Franken Sitzungsgelder aus seinem VR-Mandat bei der Axpo. Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger erhielt für sein Präsidium der SwissDRG AG sowie aus dem Vorstand der Gesundheitsdirektorenkonferenz und eines weiteren Mandates insgesamt 2650 Franken Sitzungsgelder. Hinzu kommen 3418 Franken Spesen.

Keine Sitzungsgelder erhielten Regine Aeppli und Mario Fehr (beide SP). Fehr ist Verwaltungsratspräsident der Gebäudeversicherung. Dafür erhielt er 1000 Franken Spesen. Bei Aeppli sind es 128.40 Franken Spesen, allerdings sind sie keinem Mandat zugeteilt.

Der guten Ordnung halber muss erwähnt werden, dass insgesamt fast 290 000 Franken an Entschädigungen aus den diversen Mandaten direkt der Staatskasse zufallen. Allerdings handelt es sich mehrheitlich auch um Unternehmen, die sowieso der öffentlichen Hand gehören.

Der Regierungsrat hat diese Zahlen gestern Abend veröffentlicht, nachdem in diversen Kantonen bekannt geworden war, dass Regierungsmitglieder Einnahmen aus Mandaten privat bezogen haben, die teilweise der Staatskasse gehört hätten. In anderen Kantonen wiederum bestanden keine Regelungen, doch auch dort entstand Empörung über die teils hohen Bezüge.

Für den Kanton Zürich ist nun Transparenz hergestellt. Allerdings bleibt die Frage offen, wieso ein Mitglied für seine von Amtes wegen wahrgenommenen Mandate über 30 000 Franken mehr erhält als seine Kollegen. Auf eine Amtszeit von zehn Jahren gerechnet sind das immerhin 300 000 Franken.