Herr Zihlmann, warum gab es für «Garfield» keine Hoffnung mehr?

Josef Zihlmann: Die Katze hatte keinerlei Kraft, zu genesen. Sie lag nur noch herum, hat erbrochen und litt unter Durchfall. In ihrem Urin war Blut.

Welche Faktoren entscheiden, ob ein Tier eingeschläfert werden muss oder nicht?

Es ist eine Frage des Sinns oder Unsinns, ein Tier um jeden Preis am Leben zu erhalten. Für «Garfield» haben wir alles Erdenkliche getan, leider aber war sein Leben nicht mehr lebenswert. AusTierschutzgründen haben wir «Garfield» schweren Herzens von seinen Schmerzen erlösen können.

Vom Halter wie auch vom Täter, der «Garfield» in den Container geworfen hat, fehlt nach wie vor jede Spur.

Ja, leider. Ich habe die Hoffnung, den Täter zu finden, aber noch nicht begraben. Vielleicht wird sich mit der Zeit noch jemand bei uns melden - Halter oder Täter.

Ist «Garfield» von seinem ehemaligen Halter gequält worden, oder ist er abgehauen und deshalb in so schlechtem Zustand gewesen?

Entweder hat man die Siamkatze ausgesetzt, weil sie krank war, oder die eigentliche Stubenkatze konnte sich in freier Natur schlecht zurechtfinden und erlitt zusätzlich aufgrund der Kälte eine Blasenentzündung. Das ist aber rein spekulativ.

Wie oft finden wildernde Katzen den Weg in Ihre Praxis?

Gerade haben wir wieder eine Katze in Dietikon gefunden, die jetzt in meiner Praxis betreut wird. Jährlich werden etwa 20 bis 30 Katzen, die gefunden wurden, zu uns gebracht. Oftmals findet man das Herrchen nicht mehr.

Wie kann ein Tierhalter für den Fall, dass das Tier wegläuft, vorsorgen?

Ich rate auf jeden Fall, die Katze mit einem Chip kennzeichnen zu lassen - so, wie es bei den Hunden Vorschrift ist. So gelingt es, den Halter innerhalb weniger Minuten ausfindig zu machen.

Mit welchen Kosten müssen Tierhalter rechnen?

Die sind von Tierarzt zu Tierarzt individuell. Im November führen wir mit den Bundesbehörden bereits zum vierten Mal eine Chipaktion für 55 Franken durch - nicht um Kunden zu fangen, sondern als Dienst an den Tieren.