Coronatests

Auch Apotheken machen nun Coronatests

Apothekerin Natalia Blarer Gnehm zeigt mit einer Angestellten, wie der Abstrich in der Nase gemacht wird.

Apothekerin Natalia Blarer Gnehm zeigt mit einer Angestellten, wie der Abstrich in der Nase gemacht wird.

Die bestehenden Testkapazitäten sind am Anschlag – jetzt weitet der Kanton Zürich das Angebot aus: Für 50 Franken kann man sich in einigen Apotheken testen lassen. Analysegebühren kommen je nachdem noch hinzu.

«Die Coronazahlen haben sich in den letzten Wochen verdoppelt und verdreifacht», sagte Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) am Montag im Kantonsrat – und kündigte eine Sofortmassnahme an: Im Kanton Zürich können nun auch Apotheken Coronatests durchführen. Voraussetzung ist, dass ihr Personal eine entsprechende halbtägige Weiterbildung absolviert hat.

Der Pilotversuch läuft vorerst in vier Apotheken: In Zürich an der Europaallee 11 nahe beim Hauptbahnhof, am Paradeplatz und im Morgental, ausserdem im Zentrum Regensdorf. Kantonsärztin Christiane Meier hofft, das Angebot bis Ende November um kantonsweit 50 Apotheken erweitern zu können. Damit würden die Testkapazitäten im Kanton Zürich um täglich 1000 Tests steigen.

Bisher seien pro Woche kantonsweit maximal 19000 Tests durchgeführt worden. Die Testzentren sind am Anschlag: Wer sich testen lassen will, muss laut Meier derzeit mit ein bis zwei Tagen Wartezeit rechnen, bevor er oder sie zum Abstrich antreten darf. In den Apotheken können sich gemäss Gesundheitsdirektion auch asymptomatische Personen testen lassen. Oder solche, die nur leichte Symptome aufweisen.

Ortstermin an der Europaallee – Apothekerin Natalia Blarer Gnehm erläutert, wie es geht: «Wer sich testen lassen will, soll sich telefonisch oder online anmelden.» Per Fragebogen werden dabei Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und der Grund für den Testwunsch erfasst. «Asymptomatische Patienten, die den Test nur aus Neugier machen wollen, teste ich nicht», sagt die Apothekerin. Der Test sei für Leute gedacht, die verreisen wollen und dafür einen Test vorlegen müssen oder für solche, die vom Contact-Tracing-Team des Kantons zu einem Test aufgefordert worden seien. Aber auch für Patienten mit nur leichten Symptomen. «Wir haben viele junge, zum Teil leicht symptomatische Kunden, die sich mit Medikamenten eindecken und denen zum Teil nicht bewusst ist, dass sie eine Covid-19-Infektion haben könnten», sagt Blarer Gnehm.

50 Franken muss jeder und jede selbst bezahlen

24 bis 48 Stunden nach dem Test erhalten die Patienten laut der Apothekerin das Resultat. Falle es positiv aus, würden auch die Contact-Tracer und der  kantonsärztliche Dienst informiert. Wer den nasalen Testabstrich in einer Apotheke machen lässt, muss eine Pauschale von 50 Franken bezahlen. Die Kosten für die Laboranalyse in Höhe von rund 125 Franken übernimmt der Bund, wenn seine Testkriterien erfüllt sind. Der Bund bezahlt laut Kantonsärztin Meier, falls Symptome vorliegen, der Test angeordnet oder aufgrund einer Quarantäne durchgeführt wird.

Ob die Apotheken auch spontane Laufkundschaft testen, liegt in ihrem eigenen Ermessen, wie der kantonale Apotheker-Verbandspräsident Lorenz Schmid beim Ortstermin an der Europaallee sagt. Zu Risiken und möglichen Nebenwirkungen wie Ansteckungen anderer Kunden äussert er sich wie folgt: «Das Problem stellt sich auch in jeder Hausarztpraxis.»

Durch die Maskenpflicht in den Läden, die Desinfektionsmittel beim Eingang, Plexiglasscheiben an den Verkaufstheken und die Anmeldeformulare werde das Ansteckungsrisiko aber minimiert.  So seien die Patienten, die zum Test kämen, jeweils nur kurz in der Apotheke. Zudem fänden die Tests immer in einem separaten Raum statt. Im privaten Umfeld sei das Ansteckungsrisiko wohl grösser.

Weiterhin sind Tests auch bei den Hausärzten und in den Testzentren der Spitäler möglich, wie die Gesundheitsdirektion festhält. Erste Anlaufstellen seien der Hausarzt oder das Ärztefon (Tel. 0800  33 66 55).

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