Atommüllendlager

Atomendlager-Gegner sistieren Teilnahme an Regionalkonferenz

Aktionstag der Atomendlager-Gegner im Zentrum von Stans im 2002 (Archiv)

Aktionstag der Atomendlager-Gegner im Zentrum von Stans im 2002 (Archiv)

Der Verein «KLAR! Züri Unterland» sistiert seine Teilnahme an der Regionalkonferenz Nördlich Lägern. Er hatte die Offenlegung der wirtschaftlichen Abhängigkeiten der Konferenz-Mitglieder gefordert. Die Konferenz wies den Antrag ab.

Die Vollversammlung nahm hingegen einen Gegenantrag an, wie Präsident Hanspeter Lienhart auf Anfrage sagte. Damit müssen die Mitglieder der Regionalkonferenz ihre Interessensbindungen offen legen. Dies geht dem Verein, der sich für den Ausstieg aus der Atomenergie einsetzt und gegen ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle im Gebiet nördlich Lägern ist, aber zu wenig weit.

Der Verein «KLAR! Züri Unterland» sei nicht länger bereit, bei einem derart intransparenten Verfahren mitzuwirken, heisst es in einer Mitteilung vom Samstag. Die Regionalkonferenz verkomme mehr und mehr zu einem Lobby-Forum, in dem eine ausgeglichene kritische Auseinandersetzung mit dem Thema nicht möglich sei.

Die vier Mitglieder wollen erst wieder mitmachen, wenn der "schein-partizipative Prozess" korrigiert wird und sämtliche wirtschaftlichen Abhängigkeiten offen gelegt werden, wie Felix Böhni auf Anfrage sagte.

Die Regionalkonferenz Nördlich Lägern bedauert den Ausstieg des Vereins, wie Lienhart weiter sagte. Mit dem Gegenantrag habe die Regionalkonferenz Nördlich Lägern aber eine Interessenoffenlegung, die von allen Regionalkonferenzen am weitesten gehe. "KLAR! Züri Unterland" sei jederzeit wieder willkommen.

Weitere Prüfung für fünf Standorte

An der 8. Vollversammlung vom Samstag hat die Fachgruppe Oberflächenanlagen zudem ihre Auswertungen der zehn Standorte dargelegt. Die Teilnehmer bestimmten darauf fünf Standorte zur weiteren Prüfung, die sie als am "wenigsten problematisch" für Oberflächenanlagen erachteten, wie es in einer Mitteilung vom Sonntag heisst.

Dabei fiel die Präferenz auf Weiach, Weiach optimiert sowie Glattfelden Ost. Ebenfalls noch Berücksichtigung fanden Mellikon- Rekingen sowie Stadel Haberstal. Die Fachgruppe wird nun einen Antrag für den 28. August ausarbeiten - dann soll die Konferenz definitiv Stellung nehmen.

Die Regionalkonferenz Nördlich Lägern war 2011 gegründet worden. Mit diesem Gremium kann die Bevölkerung bei der Tiefenlager- Standortsuche mitwirken.

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