Den Zuschlag für die Realisierung des Projektes hat der Buchser Unternehmer Werner Hofmann erhalten, der seit Ende 2010 im ehemaligen Zürcher Luxushotel Atlantis im Sinne einer Zwischennutzung 150 günstige Zimmer für Studierende vermietet.

Das 6000 Quadratmeter grossen Areal an der Uetlibergstrasse 111, auf dem das neue Projekt entstehen soll, gehört dem Kanton Zürich. Er stellt es Hofmanns Firma Tescon AG und der Basler Pensionskasse Abenrot im Baurecht für 49 Jahren zur Verfügung. 2015 sollen die 330 Wohnstudios mit eigener Nasszelle und Kleinküche bezogen werden können.

Heute stehen auf dem Grundstück Fabrikgebäude, die seit Mai 2006 illegal besetzt sind. Die Hausbesetzer, die dem Kanton einen Unkostenbeitrag leisten, werden bis zum Beginn der im Hinblick auf den Neubau nötigen Altlastensanierung geduldet, wie die kantonale Baudirektion in ihrer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

Im letzten Herbst hatte das kantoanle Immobilienamt mit einem Investorenwettbewerb einen Unternehmer zur Realisierung des Wohnbauprojekts gesucht. Das gemeinsame Projekt «Binz-Housing» von Tescon und Abendrot hat den Wettbewerb gewonnen.

Seit 2000 beschäftigt sich die Tescon AG mit Umbauten von alten Liegenschaften. Die Pensionskasse Stiftung Abendrot verwaltet gemäss Mitteilung derzeit eine Milliarde Franken und stellt die Finanzierung des Projektes sicher.

Baubeginn 2013

Der Zeitplan für das «Binz Housing» sieht vor, dass die Altlastenuntersuchungen und die Altlastensanierung bis im ersten Halbjahr 2013 abgeschlossen sind. Parallel dazu findet ein Projektwettbewerb sowie die Planung und Projektierung statt. Baubeginn ist im zweiten Semester 2013 vorgesehen.

Gemäss Mitteilung von Tescon und Abendrot soll «Wohn- und Lebensraum für Menschen zwischen 20 und 40» entstehen. Im Erdgeschoss sind Gastronomie- und Kulturräume sowie Arbeits- und Atelierflächen vorgesehen. Zusätzlich zu den 330 Wohnstudios gibt es acht Hotelzimmer, die tage- und wochenweise vermietet werden.

SP: Studierende sollen vorläufig im «Atlantis» bleiben können

Noch offen ist die Zukunft der Studentenzimmer im «Atlantis». Das Verwaltungsgericht hatte vor einigen Wochen festgehalten, dass die Zwischennutzung gegen das Gesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland (Lex Koller) verstösst. Grund ist, dass die Hotelbesitzerin Neue Hotel Atlantis AG mit Sitz in Zürich eine Tochter der Rosebud Hotels Holding SA mit Sitz in Luxemburg ist.

Es sei stossend, dass 150 Studierende auf die Strasse gestellt würden und eine riesige Liegenschaft leer stehen solle, weil Immobilieninvestoren noch mehr Profit schlagen wollten und deshalb vom Ausland aus agierten, schreibt die SP des Kantons Zürich in einer Medienmitteilung vom Mittwoch.

Eine SP-Kantonsrätin erkundigt sich in einer Interpellation beim Regierungsrat, ob sich dieser «aus Verhältnismässigkeitsgründen» vorstellen könne, bis zum Vorliegen einer Baubewilligung auf eine Räumung zu verzichten. Weiter fragt sie, ob die Regierung bereit wäre, dafür zu sorgen, dass die Gewinne aus der illegalen Vermietung bei der neuen Hotel Altlantis AG eingezogen werden