Er stand in den letzten Monaten arg in der Kritik.

Es sei richtig, dass er unter anderem auch deshalb sein Amt niederlege, weil er sich nicht mehr ständig dem Vorwurf aussetzen wolle, in seiner Moschee würden Jugendliche radikalisiert, sagte Sahnoun. «Die Medien hatten mich ja rasch zum Sündenbock gestempelt.» Und das, obschon sich manche Vorwürfe im Nachhinein als haltlos erwiesen hätten, meinte Sahnoun. Im Artikel des Tages-Anzeigers werde nun allerdings suggeriert, dass der Wirbel um die Jihad-Reisenden der Hauptgrund für seinen Rücktritt sei. «Doch das stimmt so nicht», erklärte Sahnoun. «Der Hauptgrund ist, dass ich künftig meine ganze Kraft und Konzentration auf meine Firma legen will und muss.» 

Schawinskis Kreuzverhör

Mitte Dezember hatte Sahnoun in der Sendung «Schawinski» des Schweizer Fernsehens zugeben müssen, dass seine Firma nicht ordnungsgemäss registriert ist. Spätestens im Februar sei diesbezüglich aber alles wieder in Ordnung, sagte jetzt Sahnoun. 

Dem Präsidenten der An’Nur-Moschee gelang es bei Schawinski aber auch nicht, mehr Licht in die Vorfälle rund um die Jihad-Reisenden zu bringen. Er wies zudem jegliche Mitverantwortung von sich. «Ich bin kein Fan des IS», sagte Sahnoun in der Fernsehsendung. «Ja gut, aber Sie sind auch kein Fan davon herauszufinden, was in Ihrer Moschee wirklich passiert», entgegnete Schawinski.

Mindestens fünf der jungen Leute, die aus Winterthur in den Jihad gezogen sind, verkehrten zeitweise in der An’Nur-Moschee. Einzelne Medien erhoben zudem den Vorwurf, einer der beiden Imame, Abu Mohammed, hetze gegen Ungläubige.     tm