Die Interessensgemeinschaft IG Duttweiler Areal wehrt sich gegen das geplante Bundesasylzentrum auf dem gleichnamigen Areal im Kreis 5. Nachdem das Baurekursgericht ihre Einsprache abgelehnt hat, zieht die IG den Rekurs nun ans kantonale Verwaltungsgericht weiter. Nicolas Piccolo Leeser, Präsident der IG Duttweiler-Areal, begründet in einer Stellungnahme auf der Website des Vereins, warum der Standort des Asylzentrums auf dem Duttweiler-Areal nicht geeignet sei: «Zum einen wird gegenüber dem Bundesasylzentrum in nächster Zeit die vom Stimmvolk bewilligte Primarschule Pfingstweid gebaut und befindet sich zum anderen eine grosse Anzahl von Vergnügungsangeboten wie Bars und Clubs in der Nähe.» Deshalb müsse das Zentrum an einem weniger frequentierten Ort in Zürich gebaut werden. Der Verein besteht nach eigenen Angaben aus Anwohnern des Kreis 5.

Der Spatenstich des Zentrums in Zürich-West wäre planmässig für 2018 vorgesehen. Wird die IG Duttweiler Areal mit ihrem Rekurs auch in zweiter Instanz abgewiesen, könnte der Termin voraussichtlich eingehalten werden. «Mit Verzögerungen des Baubeginns ist nur dann zu rechnen, wenn das Verwaltungsgericht nicht dem Urteil des Baurekursgerichtes folgt oder aber die IG Duttweiler Areal den Rekurs ans Bundesgericht weiterzieht», sagt Mark Schindler, Sprecher des Sozialdepartements der Stadt Zürich. Ob ein allfälliger Weiterzug vor die Richter in Lausanne für Präsident Piccolo eine mögliche Option ist, konnte bis Redaktionsschluss nicht Erfahrung gebracht werden.

Zürcher stimmen ab

Unabhängig vom Entscheid der zweiten Instanz in Bezug auf das Bundesasylzentrum ist die Volksabstimmung über den Baukredit von 24,5 Millionen Franken, wie das Hochbaudepartement der Stadt Zürich mitteilt. Darüber stimmen die Stadtzürcher im September ab. Auch auf die restlichen Bundesasylzentren der Schweiz hätte eine allfällige Bauverzögerung in Zürich keine Auswirkungen, wie das Staatssekretariat für Migration bestätigt.

Das geplante Asylzentrum in Zürich soll 360 Flüchtlinge beherbergen und das in die Jahre gekommene Testzentrum Juch ablösen. Der Bund wird während 15 Jahren Mieter des neuen Asylzentrums. Damit erhält die Stadt Zürich sämtliche Baukosten zurückerstattet. Weil die untergebrachten Asylsuchenden dem städtischen Kontingent angerechnet werden, kann Zürich pro Jahr rund eine Million Franken einsparen.