Die Stadt Winterthur hatte 2016 die Asylunterkunft im ehemaligen Busdepot Deutweg eingerichtet, als sie innert kürzester Zeit Plätze für rund 220 zusätzliche Asylsuchende schaffen musste. Der Kanton Zürich hatte nach der grossen Flüchtlingswelle im Sommer 2015 das Kontingent der aufzunehmenden Asylsuchenden für die Gemeinden kurzfristig erhöht.

Beim Busdepot ging die Stadt von einer maximalen vierjährigen Zwischennutzung aus, wie Stadtrat Nicolas Galladé (SP) am Dienstag vor den Medien in Winterthur sagte. Nun wird die Unterkunft bereits Ende Jahr nach einer zweijährigen Betriebszeit geschlossen.

Aktuell leben noch rund 55 Personen in den Holzhäuschen, darunter auch einige Familien mit Kindern. Die Sozialen Dienste der Stadt Winterthur werden für sie passende Wohnlösungen suchen.

Galladé bezeichnete die damalige kurzfristige Unterbringung und Unterstützung von verschiedensten Seiten am Dienstag als Erfolgsstory. Und so sei nun letztlich auch die Schliessung eine gute Nachricht, sagte Galladé weiter.

Wiedereröffnung Hegifeld

Ein Grund das Busdepot zu schliessen, ist der Erfolg bei der Wohnungsintegration, wie Dieter Wirth, Leiter Soziale Dienste, sagte. Der Stadt Winterthur gelingt es immer mehr Flüchtlinge und Asylsuchende auf dem regulären Wohnungsmarkt unterzubringen - dies auch mit Unterstützung der Zivilgesellschaft.

Wirth betonte, dass die Wohnsituation neben Arbeit, Schule und der sozialen Integration besonders wichtig sei. Derzeit leben fast drei Viertel der Asylsuchenden in Winterthur in Mietwohnungen.

Die Wiedereröffnung der Siedlung Hegifeld ab Anfang 2019 ist ein weiterer Grund für die Beendigung der Zwischennutzung. Nach der Neueröffnung der sanierten Siedlung sowie wegen der Entwicklungen im Asylwesen würden genügend Plätze zur Verfügung stehen.

Die Schliessung dürfte auch den Kassenwart der Stadt freuen, denn: Kurzfristig erstellte, provisorische Unterkünfte wie jene im Busdepot Deutweg oder in der Kirche Rosenberg - die bereits früher geschlossen wurde - sind verhältnismässig teuer. Infrastrukturen müssen in kurzer Zeit abgeschrieben werden. Zudem führen feuerpolizeiliche Vorschriften zu zusätzlichen Personalkosten.

Von der Schliessung der Asylunterkunft sind acht Mitarbeitende betroffen, die nicht weiter beschäftigt werden können, wie Wirth weiter sagte. Sie werden von den Sozialen Diensten bei der Suche nach einer neuen Stelle unterstützt.