Rund 100 000 Franken bezahlte das Bundesamt für Migration (BfM) zur Unterstützung der serbischen Asylsuchenden in den letzten drei Jahren an das Sozialamt des Kantons Zürich.

Mittlerweile wurde aber bekannt: Die Frau arbeitete drei Jahre lang schwarz als Putzfrau in diversen Haushalten in Eglisau – unter anderem auch bei SVP-Nationalrat Hans Fehr.

Weil sie demzufolge nicht sozialhilfeberechtigt war, fordert der Bund nun das Geld zurück. Laut der «NZZ am Sonntag» belaufen sich die Forderungen von 2011 und 2012 auf insgesamt 70 000 Franken. Weitere 15 000 bis 30 000 Franken kommen für das Jahr 2013 dazu. Die genaue Berechnung des Betrages sei noch nicht abgeschlossen.

Per Zufall entdeckt

Auslöser für die Rückforderung war ein Härtefallgesuch, das die Asylsuchende im Oktober 2012 beim BfM eingereicht hatte. In diesem erwähnte die Frau, dass sie als Putzfrau arbeite. Das BfM lehnte das Gesuch im Mai 2013 ab und ging dem Hinweis auf die Erwerbsarbeit der Asylsuchenden nach.

Das BfM bemerkte demnach nur durch Zufall, dass es Sozialhilfegelder für eine arbeitende Asylsuchende ausbezahlt hatte. Warum das so ist und ob dabei bei Bund und Kanton Kontrollmechanismen versagten, steht nicht fest. Weder das BfM noch das Zürcher Sozialamt äussern sich zum Fall.

Momentan ermittelt die Kantonspolizei wegen Verdacht auf Schwarzarbeit gegen die Putzfrau und die betroffenen Arbeitgeber.

Verstoss gegen Ausländer- und AHV-Gesetz

Im Zentrum der Ermittlungen steht laut der «NZZ am Sonntag» auch der Bülacher Bezirksgerichtspräsident Rainer Hohler (SP). Er und seine Frau profitierten ebenfalls von den Putz-Diensten der serbischen Asylsuchenden und stehen unter Verdacht, gegen das Ausländergesetz und das AHV-Gesetz verstossen zu haben.

Das Paar soll nur für rund zwei Drittel der geleisteten Arbeit Sozialversicherungsbeiträge bezahlt haben.