Ausschaffung
Ärzte ohne Bewilligung: Regierungsrat räumt Fehler im Fall der Firma Oseara ein

Die Firma Oseara ist für die medizinische Betreuung bei Ausschaffungen zuständig. Der Regierungsrat räumt nun Fehler in deren Tätigkeit ein. So arbeiteten mehrere Ärzte ohne entsprechende Bewilligung beim Unternehmen.

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Die Klotener Firma Oseara ist unter anderem für die medizinische Betreuung bei Ausschaffungen zuständig. (Symbolbild)

Die Klotener Firma Oseara ist unter anderem für die medizinische Betreuung bei Ausschaffungen zuständig. (Symbolbild)

KEYSTONE

Die in Kloten ansässige Firma Oseara übernimmt für das Staatssekretariat für Migration die medizinische Betreuung bei Ausschaffungen und wird von der Kantonspolizei Zürich beigezogen, wenn geprüft werden muss, ob eine Person haftfähig ist, ob sie fürsorgerisch untergebracht werden muss, oder wenn Blut- und Urinproben zu entnehmen sind. Diese Leistungen erbringt das Unternehmen für den Kanton Zürich seit Anfang 2017. Jährlich wird sie dafür mit zwei Millionen Franken entschädigt.

In den vergangenen Monaten wurden mehrere Ungereimtheiten bei Oseara publik. So wurden beispielsweise hochschwangere und suizidgefährdete Menschen ausgeschafft oder Ärzte ohne vertraglich geforderte Facharzttitel beschäftigt. Nun musste der Zürcher Regierungsrat zut Tätigkeit der Oseara Stellung beziehen. Dabei räumte die Regierung auf drei Anfragen von CVP-, SP- und AL-Kantonsratsmitglieder Fehler ein, wie der "Tages-Anzeiger" berichtet.

Demnach arbeiteten bis im April 2017 mehrere Ärzte ohne Berufsausübungs- oder Assistenzbewilligung für die Kantonspolizei Zürich. Aus diesem Grund hat die Gesundheitsdirektion ein aufsichtsrechtliches Verfahren gegen die Oseara eingeleitet, was zu einer Ermahnung führte. Mittlerweile sind gemäss der Regierung sämtliche Ärzte bewilligt. Ausserdem seien keine Fälle bekannt, wo Leistungen der Firma zu bemängeln gewesen seien. Im vergangenen Monat wurde den Zürcher Behörden die Zusicherung gegeben, dass ab sofort ausschliesslich Fachärzte mit Bewilligung bei der Oseara im Einsatz stünden.

Rund 20 Freelance-Ärzte sind für die Oseara tätig, davon stammt rund die Hälfte aus Deutschland oder Polen. Sie müssen gemäss Leistungsvereinbarung mit dem Kanton sowohl einen Facharzttitel als auch eine Zusatzausbildung in Notfallmedizin vorweisen können. Laut "Tages-Anzeiger" ist dies nicht durchgehend der Fall.