Koller war in der «Affäre Mörgeli» als Gutachter der Universität Zürich mit der Aufarbeitung der Entlassung von Titularprofessorin Iris Ritzmann beauftragt worden. In einer E-Mail an Mitglieder der Universitätsleitung hatte er über Küng geschrieben, er habe diesen als Chef des Eidgenössischen Handelsregisteramts wegen «charakterlichen Mängeln und Ungenügens» entlassen müssen.

Küng war von 1992 bis 1994 Chef des Handelsregisteramts, Koller amtete damals als Chef des Bundesamts für Justiz. Küng selber macht geltend, er sei nicht entlassen worden. Ein Sprecher des Bundesamts für Justiz bestätigt dies.

Küng habe selber gekündigt, und zwar beim damaligen Justizminister Arnold Koller. Auf Anfrage der «NZZ am Sonntag» sagte Heinrich Koller, er habe die Mail verschickt, weil Küng der Universitätsleitung mitgeteilt habe, er habe seinen Professorentitel ohne Habilitation erhalten und sei deshalb von vornherein nicht in der Lage, wissenschaftliche Leistungen zu beurteilen.

Es sei ihm darum gegangen, die Hintergründe dieses Angriffs auf seine Autorität zu erhellen, so Koller weiter. In der E-Mail an die Universitätsleitung schrieb Koller, Küng habe seine Entlassung «offenbar noch immer nicht verwunden».