Es war ein medialer Coup: Der Vorstand der SVP Zürich Kreis 7 + 8 hatte Landmann angefragt und ihn nach seiner Zusage auf seine Liste für die Kantonsratswahlen vom März 2019 gesetzt. Dies ging einigen jedoch zu schnell – eine offizielle Nomination ist am Dienstagabend an der Mitgliederversammlung deshalb noch nicht erfolgt.

Es handle sich erst um eine provisorische Vorschlagsliste, die noch parteiintern besprochen und bereinigt werden könne, hatte Stadtkreispräsident Urs Fehr zu Beginn der Versammlung erklärt.

SVP mit "Zügel-Problem"

Die kantonale SVP will bis im Herbst eine Gesamtstrategie über alle 18 Wahlkreise erarbeiten, wie Vizepräsident und Nationalrat Gregor Rutz am Dienstagabend sagte. "Wir müssen schauen, wo wir Engpässe haben, wo Quereinsteiger bereitstehen." Landmann sei doch ein Zugpferd, welches der SVP Stimmen bringen werde, sagte auch Kantonsrat Hans-Peter Amrein. Dieses müsse strategisch eingesetzt werden.

Die SVP hat unter anderem ein "Zügel-Problem". So sind im Laufe dieser Legislatur beispielsweise gleich zwei ihrer Kantonsräte in den Bezirk Meilen gezügelt – dort buhlen nun sechs Bisherige um bloss vier bisherige SVP-Sitze, wie Rutz ausführte.

Eine, die in den Bezirk Meilen gezügelt ist, ist Nina Fehr Düsel, die den einzigen SVP-Sitz im Kreis 7 + 8 hält. Sie könnte sich auch vorstellen, weiterhin für ihren bisherigen Kreis anzutreten, sagte die Juristin an der Parteiversammlung. Sie sei der Stadt nach wie vor eng verbunden.

Manövriermasse, aber kein Parteisoldat

Welche Kandidatinnen und Kandidaten in welchen Wahlkreisen für die SVP antreten werden, will die Partei nun bis in den Herbst in einer Gesamtschau entscheiden. Dann soll auch der Wahlkampf für die Kantonsratswahlen vom März 2019 starten.

Valentin Landmann will dabei seine Erfahrung für die Partei zur Verfügung stellen, wie er an der Mitgliederversammlung im Kreis 7 + 8 sagte. "Ich will einbringen, was ich an Möglichkeiten habe, um Euch zu unterstützen." Er sei aber kein Parteisoldat, er werde parteiintern schon seine "Schnorre" aufreissen. Gefällte Entscheide werde er dann aber selbstverständlich mittragen.

In welchem Kreis er von der SVP schliesslich aufgestellt werde, sei letztlich egal, meinte Landmann. "Ich stelle mich gern als Manövriermasse zur Verfügung."