Die vom Bund geplante Erweiterung des Flugbetriebs in Dübendorf zu einem Business-Airport lehnen die drei Standortgemeinden Dübendorf, Volketswil und Wangen-Brüttisellen klar ab.

Sie haben deshalb ein eigenes Angebot zur Entwicklung des Flugplatzes ausgearbeitet, über das die Bevölkerung der drei Gemeinden am 26. November abstimmen soll: Eine selbstgegründete Aktiengesellschaft, welche die Gemeinden zu Betreiberinnen des Flughafens machen könnte.

Diesen Entschluss gefasst haben die Gemeindevorsteher erst Montag und Dienstag dieser Woche, wie sie am Donnerstag in Dübendorf vor den Medien sagten.

"Wir wollen die Flugplatzentwicklung selbst steuern", sagte Marlis Dürst (FORUM Wangen-Brüttisellen), Gemeindepräsidentin von Wangen-Brüttisellen. "Dies ist nur ohne Business Airport möglich."

Das Konzept "Historischer Flugplatz mit Werkflügen" soll eine Nutzung und Weiterentwicklung ermöglichen - ohne die Businessaviatik und Kleinfliegerei von Kloten zu übernehmen. "In unserem Konzept bleiben die Flugzeuge vor allem am Boden", sagte Jean-Philipp Pinto (CVP), Gemeindepräsident von Volketswil. Flugzeuge sollen in Dübendorf gewartet und ausgebaut werden.

1,3 Millionen Franken pro Jahr

Für die Gemeinden bedeutet das, dass sie gemäss Business-Plan in den ersten zehn Jahren gemeinsam jährlich 1,3 Millionen Franken bezahlen müssten. Später sollen die Kosten leicht abnehmen auf 1,2 Millionen Franken. Rund 60 Prozent übernimmt die Stadt Dübendorf, Volketswil rund 25 Prozent. Investoren seien willkommen sagte Pinto, aber die Aktienmehrheit solle bei den Gemeinden bleiben.

Eine gemeinsame Aktiengesellschaft heisst noch nicht, dass die Gemeinden den Flugplatz auch betreiben werden. Das ist Lothar Ziörjen (BDP), Stadtpräsident von Dübendorf, klar. Er sagte aber: "Es ist wichtig, dass der Bund weiss, was wir wollen. Er muss den Vorschlag prüfen, das Thema ist noch nicht gegessen."

Mit der Flugplatz Dübendorf AG (FDAG), welche den Zuschlag für den zivilen Flugbetrieb erhalten hat, stehen die Gemeinden in Kontakt. "Wir wissen, was sie machen", sagte Ziörjen, "und sie wissen, was wir machen."

Die Gemeinden sind unzufrieden mit den Betriebszeiten, wie sie die FDAG in Zukunft gerne haben würde: An Werktagen von 6.30 bis 22 Uhr etwa, anstatt wie heute von 7.30 bis 17 Uhr mit einer Mittagspause. Auch am heute flugbetriebfreien Wochenende sieht die FDAG Flüge vor.

Bund will ein ziviles Flugfeld

Im März hatte der Bund einen Vorschlag der Anrainergemeinden abgelehnt, die weniger Flugbewegungen gefordert hatten. Der Flugplatz Dübendorf soll als ziviles Flugfeld mit Schwerpunkt Geschäftsluftfahrt genutzt werden: Daran hält der Bund unverändert fest.

2014 hat der Bund beschlossen, das Areal des Militärflugplatzes Dübendorf künftig für die Militäraviatik, die Zivilaviatik inklusive Businessaviatik und den Zürcher Innovationspark zu nutzen.

Die Standortgemeinden Dübendorf, Volketswil und Wangen-Brüttisellen lehnen eine zivilaviatische Nutzung des Flugplatzes ab. Deshalb haben sie ihr Gegenkonzept "Historischer Flugplatz mit Werkflügen" beim Bund eingereicht, das nun konkretisiert wurde. Zudem sehen sie eine Beschränkung vor auf maximal 20'000 Flugbewegungen im Jahr.