Turnen ist Familiensache. Das stimmt sicher für Thomas Rüegg. Er sei schon so klein an Turnfesten dabei gewesen, sagt er und hält die Hand ein wenig übers Knie. Seither gehört Rüegg zum Turnverein Weisslingen und ist mittlerweile dessen Präsident. In Rikon hilft Rüegg beim Turnfestaufbau mit. Ehrenamtlich selbstverständlich. Er könne sich die Zeit freinehmen von der Arbeit auf dem elterlichen Hof.

Der Vater sei zwar vom Engagement nicht nur begeistert. Letzte Woche habe er darum für ein paar Stunden zu Hause auf den Traktor steigen müssen, erzählt Rüegg. Doch ansonsten hat der 27-Jährige in den vergangenen Wochen vor allem Maschinen übers Festgelände gesteuert. Gerade ist er mit einem Teleskopstapler unterwegs und bringt Gerüststangen zur Arena, wo in gut zwei Wochen unter anderem Comedy und Turnen fusionieren. Unter dem hohen Zelt werden Sitzplätze für 1500 Zuschauer aufgebaut.

Aufbauarbeiten verbinden

Rüeggs Aufgabe ist es vor allem, einzuspringen, wo eine Arbeit stockt. Und beim Schichtwechsel um 17 Uhr dafür zu sorgen, dass die nachfolgenden Helfer wissen, wo die Werkzeuge der vorhergehenden liegen. «Ja, die Aufbauarbeit verbindet», sagt Rüegg. Der Spruch vom Tösstal, das mit dem Turnfest zusammenrücke, sei nicht bloss ein Spruch. Er habe schon einige neue Leute aus den anderen organisierenden Vereinen kennen gelernt. «Mit den einen kann man es gut, mit den anderen weniger», sagt Rüegg. Er freue sich jedenfalls, dabei zu sein beim Aufbau. «Das ist doch das Schönste an einem Fest.» Sagts und schwingt sich wieder auf den Staplersitz.

Mit dem Aufbau der Tribüne in der Arena beschäftigt ist auch Raphael Schütz. Er leitet diese Woche den Einsatz des Zivilschutzes Tösstal am Kantonalturnfest, ein sogenannter Einsatz zugunsten der Gemeinschaft. «Wir führen vor allem Tätigkeiten aus, die gut auch zur Zivilschutzausbildung passen», sagt der stellvertretende Kommandant. Also Arbeiten an Zelten und Anlagen aus Metall und Holz, mit Maschinen und von Hand. In drei Gruppen helfen vor dem Turnfest 75 Zivilschützer mit, nach dem Fest werden alle zusammen eine Woche lang abbrechen helfen. Das Material und die Maschinen, die der Zivilschutz einsetzt, werden dem Turnfest verrechnet. Die Einsatzstunden nicht.

Erbsli aus der mobilen Küche

Eine wichtige Aufgabe übernehmen der Fourier und seine Zivilschutzsoldaten. Sie versorgen die Helfer mit Essen und Getränken. «Für die Küche ist dieser Einsatz ein gutes Training», sagt Schütz. Benutzt werde wie in Notfällen eine mobile Küche. Vorgestern gab es zum Zmittag Salat, Fleischbällchen mit Kartoffelstock, Erbsli und Rüebli. Und auch der Nachschub mit Trinkwasser – das zuletzt in rauen Mengen gefragt war – werde vom Zivilschutz bestens organisiert. Das Feierabendbier liefern dann die Veranstalter, aber erst nach Arbeitsschluss, so ungefähr um 21.30 Uhr.