Sketchcomedy
Anja Schärer: Von der Putzfrau zur Prinzessin

Die Zürcherin spielt in einer neuen Sendung des Schweizer Fernsehns. Eine ihrer ersten Filmrollen war die einer Putzfrau. Ab Juni ist sie in verschiedenen Rollen, unter anderem auch als Prinzessin, in der Comedy-Sendung «Twist» zu sehen.

Alfred Borter
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Die Zürcherin Anja Schärer spielt neu in der Comedy-Serie «Twist». Alfred Borter

Die Zürcherin Anja Schärer spielt neu in der Comedy-Serie «Twist». Alfred Borter

Ein Theaterfan war Anja Schärer schon von Kindsbeinen an. Der «Froschkönig» war das erste Stück, das sie sah, es folgten viele andere. Das Eintauchen in eine ganz neue Welt, das hat sie fasziniert, und die Auftritte im Schultheater waren für sie immer wichtig. Und dann strebte sie, nachdem sie nach der Matur zunächst an der Universität Bern Medienkommunikation sowie Theater-, Film- und Tanzwissenschaften studiert hatte, selber eine Schauspielkarriere an. Das an der Universität erworbene theoretische Wissen kam ihr sehr zustatten, als sie dann an die Zürcher Hochschule der Künste wechselte, um sich zur Schauspielerin ausbilden zu lassen. 2011 erwarb sie den Mastergrad.

«Twist»: Die neue Comedy-Sendung

Ab dem 9. Juni, jeweils sonntags um 22.10 Uhr, zeigt SRF 1 in acht Folgen die neue Sketchshow «Twist». Mit viel Situationskomik werfen die schweizerdeutschen Sketche einen verspielten und liebevollen Blick auf Alltagssituationen, schreibt SRF in einer Medienmitteilung. Die verschiedenen Kurzgeschichten bergen immer wieder neue Überraschungen, verursacht durch absurde Wendungen und unerwartete Eskalation. Zum Cast gehören Urs Jucker, Pablo Aguilar, Nicole Knuth, Anja Schärer, Philippe Graber und Aaron Hitz.
«Mit ‹Twist› können wir unseren Zuschauern nun neben ‹Giacobbo/Müller› und ‹Comedy aus dem Labor› ein drittes attraktives Comedy-Programm am Sonntagabend bieten», sagt Rolf Tschäppät, Bereichsleiter Comedy und Quiz bei SRF. «Wir suchten aufstrebende Schauspieler, die noch nicht so besetzt sind, also nicht bereits für ein bestimmtes Genre stehen. Und natürlich müssen sie komisches Talent haben!»

Tanzunterricht als Brotjob

In der Schauspielschule betrieb sie Fechtsport, Bühnenkampf – ein gespielter Kampf nach einer Choreografie, wobei es schon einmal ein paar blaue Flecken absetzen könne, sagt Anja Schärer –, ferner Akrobatik sowie seit Jahren Jazztanz und andere Tanzstile, etwa den Charleston und den Lindy Hop. Heute unterrichtet sie an einer Tanzschule teilzeitlich Lindy Hop, von der Schauspielerei allein kann sie wie viele andere Absolventen und Absolventinnen der Schauspielschule ihr Leben noch nicht bestreiten.

Aber sie hat eine ganze Reihe von Rollen übernommen, sei es auf der Bühne, etwa im Theater Solothurn, oder als Mitglied einer freien Truppe in Zürich, sei es im Film. Eine der ersten Filmrollen war die einer Putzfrau, öfters wurde sie als «junges Mädchen» gebucht, auch die Businessfrau hat sie schon gegeben.

Eine erste Lieblingsrolle an der Schauspielschule war die der Blanche DuBois, der Hauptfigur in Tennessee Williams «Endstation Sehnsucht». Das sei eine sehr anspruchsvolle Rolle gewesen, erinnert sie sich, eine verletzliche Frau darzustellen, die in einer eigenen Traumwelt lebt. Sich damit auseinanderzusetzen, was denn dahinterstecke, bis eine Frau so sei wie Blanche, das sei enorm fordernd.

Auch als Vorleserin hatte Anja Schärer etliche Auftritte, so in Bern, in Zürich, in Glarus, ebenso war sie am Radio zu hören, so in Hörspielen für Kinder und in solchen für Erwachsene.

Komödiantisches Talent

Und jetzt ist sie dank ihres komödiantischen Talents eine von sechs Auserkorenen, die in «Twist – die Sketchcomedy» eine Hauptrolle spielen, einer Sendung des Fernsehens SRF, die mit Situationskomik spielt. Die einzelnen Sketches dauern nicht länger als fünf Minuten. Anja Schärer spielt verschiedene Rollen, so einen total verliebten Teenager, eine Büroangestellte, eine Russin, eine unter Depressionen leidende Nachbarin, aber auch eine Prinzessin. Das sei alles sehr witzig, findet sie, der Dreh habe grossen Spass gemacht, abgesehen davon, dass es, als draussen gedreht wurde, unerhört kalt und der Zeitdruck gross gewesen sei.

Jetzt ist sie gespannt auf das Echo. Es könnte ja sein, dass daraus neue Engagements entstehen.