Die im Januar eingesetzte Arbeitsgruppe namens Orbit verfolge das Ziel, Massnahmen gegen die Gewalt zu entwickeln, die von radikalisierten Fangruppen und Einzelpersonen ausserhalb der Fussballstadien - also im Orbit der Fussballspiele - ausgeübt wird, sagte Robert Soós von der Medienstelle des Sicherheitsdepartements gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte damit eine entsprechende Meldung des "Tages-Anzeigers" vom Dienstag. Dabei sei die Prävention ein wichtiger Aspekt, da sich Rivalitäten zwischen Fans auf weitere Bereiche ausdehnen.

Laut Soós setzt sich die Arbeitsgruppe aus Personen zusammen, "die viel Praxiserfahrung mitbringen und die Themen und auch die Probleme sehr gut kennen". Dazu zählen Vertreter der Jugend- und der Fanarbeit, der SIP Zürich, der Stadtpolizei Zürich und des Schul- und Sportdepartements, des Sozialdepartements sowie des Sicherheitsdepartements.

Angriff auf Polizisten

Wie angespannt die Situation in Zürich ist, zeigte sich am vergangenen Wochenende beim Fussballderby: Am Abend vor dem Spiel zogen etwa 100 Fussballfans durch das Niederdorf. Zwei zivile Fahnder der Polizei wurden dabei mit Flaschen und Steinen beworfen, in eine Ecke gedrängt und mit Faustschlägen traktiert.

Während einer der beiden sich mit einem Sprung aus etwa vier Metern Höhe rettete, zog der andere aufgrund der Notwehrsituation seine Dienstwaffe, um die Angreifer abzuschrecken. Die beiden Polizisten blieben unverletzt.

Am Sonntag schliesslich musste die Stadtpolizei vor und nach dem Match rivalisierende Fangruppen voneinander fernhalten und setzte dabei Gummischrot ein. Zudem nahm sie 13 Personen fest, als beim Limmatplatz mehrere Personen einen FCZ-Anhänger attackierten.

Immer mehr Gewalt

Die Meldungen von gewalttätigen Auseinandersetzungen nahmen in den vergangenen Monaten zu: So haben beispielsweise Ende November Vermummte eine Gruppe Fussball spielender GC-Fans in einer Turnhalle angegriffen und verletzt. Zudem verhinderte die Stadtpolizei im Oktober ein Aufeinandertreffen von mehreren hundert gewaltbereiten Fans.

Wolff und die Fussball-Clubs reagierten darauf und kündeten Ende Oktober an, die Gespräche und die Fanarbeit zu intensivieren und bei Hochrisikospielen die Polizeipräsenz zu verstärken. Die Clubs gründeten zudem im Dezember eine Arbeitsgruppe, die Massnahmen zur Vermeidung von Gewalt erarbeiten soll. Diese Massnahmen sollen primär von den Clubs selber realisiert werden können.