Wädenswil

Andrew Bonds neuster Streich: Er lässt Geissen sein neues Heidi-Musical aufmischen

Andrew Bond, hier bei einem früheren Auftritt in Birmensdorf, präsentiert bald sein neustes Kindermusical.

Andrew Bond, hier bei einem früheren Auftritt in Birmensdorf, präsentiert bald sein neustes Kindermusical.

Andrew Bond bringt mit «Heidi, wo bisch du dihei?» das nächste Kindermusical auf die Bühne – auch mit Puppen.

Der Proberaum liegt fast so idyllisch wie die Hütte vom Alpöhi in den Bündner Bergen. Noch geht es ein bisschen chaotisch zu und her im hellen Raum am Wädenswiler Berg. Fast wäre die ganze Produktion nicht zustande gekommen, denn Andrew Bond, Produzent des Stücks «Heidi, wo bisch du dihei?», lehnte das Angebot im ersten Moment rundweg ab. «Erst als ich mich nochmals in die Materie vertiefte, keimte die Lust auf, das Ganze neu umzusetzen», erzählt er.

Nicht einfach, die Inhalte von Heidi in einem Musical für Kinder ab vier Jahren geschickt zu transportieren. «Die Heidi-Geschichte ist schön, aber nicht lustig und manchmal sogar ein bisschen beklemmend», sagt Bond dazu. Der Reiz habe für ihn darin gelegen, das Original nicht zu verfälschen, aber doch so aufzulockern, dass es humorvoll sein könnte. Damit wurde die Bühne frei für ein paar ganz besondere Protagonisten: die eigens in Berlin für das «Märli Musical Theater» angefertigten Ziegenpuppen.

Extra eine Weiterbildung für die Puppen gemacht

Geschickt wird den Puppen von den Schauspielern Leben eingehaucht. Sie meckern hie und da und machen beim Hit «D Geisse sind ab» eben das, was im Lied besungen wird. Was sehr lustig anzusehen ist, beansprucht in der Kleinkunstszene eigentlich eine Sparte für sich. Eine Herausforderung für den Cast, neben dem sprunghaften Wechsel zwischen verschiedenen Rollen wie nebenbei die Handpuppen überzeugend zu bedienen. «Eine Expertin hat einen Workshop für uns durchgeführt, Björn Reifler, der Regisseur, hat sogar eine Weiterbildung absolviert», so Bond. Er habe dem Puppenspiel die notwendige Wichtigkeit eingeräumt.

Was die Kinder vor Lachen kugeln lassen wird, sorgt auch schon jetzt für gute Stimmung. Längst werden die Fellgeschöpfe beim Namen genannt und erheitern die Anwesenden auch in der Probe. Mit solcher Auflockerung kann sich auch ein junges Publikum an ernste Themen wie die Suche nach der eigenen Heimat wagen. Das braunhaarige Bündner Mädchen regt die Zuschauer an, das Zuhause bei sich selbst zu finden. «Nicht umsonst besteht Heidi und Dihei aus denselben Silben», sagt Bond.

Das Stück «Heidi, wo bisch du dihei?» bietet aber auch Platz für die Schönheit der Natur, Freiheit und Freundschaft. Ersteres zeigt sich im Bühnenbild, das im Nullkommanichts geändert wird. Niemand muss lange vor geschlossenen Vorhängen auf die nächste Szene warten, hier folgt alles Tritt auf Tritt: Neben der Handhabung der Puppen und den schnellen Rollenwechseln eine weitere Herausforderung für den Cast. Noch gibt es Patzer im Text, ein fahrbares Bühnenelement hält noch nicht allen Ansprüchen stand, und eine Ziege hat sich auf die falsche Seite davongemacht. Es bleibt spannend bis zur Premiere am 19. Oktober.

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