Zürich

Analphabeten-Kurse sollen wieder Zustupf vom Kanton erhalten

Bleiben die Gelder vom Kanton weiterhin aus, sieht die Zukunft von Analphabeten-Kursen im Kanton Zürich nicht gut aus. (Archiv)

Bleiben die Gelder vom Kanton weiterhin aus, sieht die Zukunft von Analphabeten-Kursen im Kanton Zürich nicht gut aus. (Archiv)

Seit der Kanton Zürich aufgrund von Sparmassnahmen die Gelder für Grundkompetenzen-Kurse gestrichen hat, sinkt das Angebot von Analphabeten-Kursen stetig. Laut der Kantonalen Bildungsdirektion Zürich soll aber bis spätestens Ende Jahr das Angebot wieder aufgebaut werden.

Wie das "Regiojournal Zürich Schaffhausen" vom Schweizer Radio und Fernsehen berichtet, hat der Kanton Zürich anfangs Jahr die Gelder für extra Kurse gestrichen. Dies hat nun Konsequenzen. So musste die Anzahl Analphabeten-Kurse massiv reduziert werden weil das Geld nicht mehr reicht.

Mit der Hilfe von Analphabeten-Kursen konnten Personen, die über keine Grundkompetenzen verfügen, diese dort erlernen. Denn Männer und Frauen, die nicht lesen oder schreiben können und über keine Computerkenntnisse verfügen haben es in der Schweiz nicht nur in der Arbeitswelt schwer, sondern auch deren Integration gestaltet sich mühsam. Es handelt sich dabei oft um Migranten und Flüchtlinge, die nicht lesen oder schreiben können oder mit unserem Alphabet nicht vertraut sind. Aber auch Schweizer, die trotz Schule Mühe mit lesen und schreiben haben, leiden unter der Reduktion solcher Grundkompetenzen-Kurse. 

Auch die Anbieter, die bisher solche Analphabeten-Kurse durchgeführt haben, leiden unter der Sparmassnahme des Kantons. Ronald Schenkel vom Schweizerischen Verband für Weiterbildung (SVEB) schildert im Gespräch mit dem "Regiojournal Zürich Schaffhausen", dass alle Anbieter gezwungen waren ihr Angebot an Analphabeten-Kursen massiv zu reduzieren oder diese sogar ganz einstellen mussten, wie beispielsweise das Schweizerische Arbeiterhilfswerk. Genaue Zahlen für den ganzen Kanton Zürich liegen aber noch keine vor.

Kurzfristig sparen, langfristig ausbauen

Allerdings schreibt das neue Weiterbildungsgesetz des Bundes vor, das Kantone genau solche Grundkompetenzen fördern müssen. Der Bund beteiligt sich auch daran. Der Kanton hat nun Gelder gestrichen, im Wissen, dass er bald wieder welches in die Hand nehmen muss. Das habe man kommen sehen und man hätte sich besser darauf vorbereiten können, so Ronald Schenkel im Gespräch.

Die Kantonale Bildungsdirektion Zürich gibt nun im Gespräch mit dem "Regiojournal Zürich Schaffhausen" aber bedingt Entwarnung. So sei man bereits mit den Anbietern im Gespräch und würde ein neues Angebot formulieren. Ebenfalls würden momentan mit dem Bund die nötigen Verträge ausgearbeitet werden. Dann würde es nicht mehr all zulange dauern, bis man das Angebot an Analphabeten-Kurse wieder vergrössern könne - Nämlich spätestens Ende Jahr.

Wegen dem hin und her befürchten die Schulen allerdings einen Kompetenzverlust. Im Gegensatz zur Kantonalen Bildungsdirektion Zürich, sie sieht im neuen Konzept auch eine potenzielle Stärkung der Angebote. (lgi)

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