Das Schipfequartier im Kreis 1 gehört zu den begehrtesten Wohnlagen von Zürich. Nicht zum ersten Mal wird bekannt, dass in den preiswerten städtischen Wohnungen wohlhabende Menschen leben. Wie "Inside Paradeplatz" schreibt, gehört auch Anna Katharina Laederach dazu. Die 67-Jährige ist die ältere Schwester von Bundesrat Johann Schneider-Ammann und war vor 15 Jahren kurz Chefin des städtischen Personalamts.

Damals erhielt sie die Wohnung, weil eine Regelung besagte, dass Kader-Leute in der Stadt wohnen sollten. Aufgrund von Differenzen mit ihrem Vorgesetzten schied Laederach bereits etwa ein Jahr später wieder aus dem Amt aus. Heute arbeitet sie als Headhunterin, verdient gemäss Arbeitsvertrag rund 24'000 Franken im Monat und gehört damit zu den gut bis sehr gut Verdienenden in Zürich.

Trotzdem lebt sie bis heute in der günstigen 2,5-Zimmer-Wohnung und bezahlt monatlich etwas mehr als 1500 Franken dafür. Die Miete beträgt im Verhältnis zu ihrem Bruttoeinkommen rund 6,5 Prozent. Bei den meisten anderen Zürchern liegt dieser Wert weit höher. Damit übersteigt Laederach die Vorgaben einer Gesetzesrevision, die in einem Jahr in Kraft tritt. Demnach dürfen maximal 15 Prozent aller Mieter von günstigen städtischen Wohnungen mehr als das Sechsfache der Miete verdienen. Der Rest muss ausziehen.

Angeblich untervermietet

Diesen Schritt bereits vollzogen haben andere gutbetuchte Schipfe-Mieterinnen, wie der "Tages-Anzeiger" schreibt. So zum Beispiel die Millionärin Christine Vögeli, Witwe des Promi-Zahnarzts John Schnell. CVP-Nationalrätin Kathy Riklin lebt hingegen trotz öffentlicher Kritik weiterhin im Gebäudekomplex.

Laederach lässt via PR-Berater ausrichten, dass sie heute gar nicht mehr in der Wohnung lebe, sondern diese untervermietet habe. Das habe sie der Stadt auch so mitgeteilt. "Gleichzeitig habe ich mir auch Gedanken gemacht, die Wohnung ganz freizugeben", wird sie auf der Finanznews-Website "Inside Paradeplatz" zitiert. Die Immobilienverwaltung der Stadt Zürich widerspricht. Ein Untermiet-Verhältnis sei keines gemeldet. Ein Augenschein an der Schipfe habe zudem ergeben, dass am Briefkasten nichts auf andere Mieter hindeute.