Am 12. April wissen die Zürcherin und der Zürcher natürlich, was sie zu tun haben: Sie werden «ihre» Parteien wählen und darauf hoffen, dass diese ihre Interessen im Kantonsrat vertreten. Ob dies der Fall ist, zeigen die «Spider» von Vimentis in der Bildergalerie. Sie bilden ab, wie die Kandidatinnen und Kandidaten einer Partei im Durchschnitt zu verorten sind. Als Vergleich dienen jeweils die Grafiken aus dem Jahr 2011. Was es für die Wahlen sonst noch zu wissen gilt:

Wischiwaschi:

Das Vorurteil, Politiker seien Windfahnen, die sich nach dem Wind ausrichten, stimmt nicht per se. Die meisten Partei-Positionen haben sich im Verlaufe der Legislatur nicht grundlegend verändert. Die «Spider» von 2011 und 2015 weisen nur unwesentlich Veränderungen auf.

Auffallend ist, dass bei den meisten Parteien auf der Achse «strenges Rechtssystem» die Werte in den vergangenen vier Jahren grösser geworden sind. Dies ist eine Folge verschiedener Debatten über Raser und Sozialhilfebetrüger. Auch bei der SP ist in diesem Bereich eine leichte Zunahme festzustellen – die Zustimmung im Bereich «strenges Rechtssystem» ist aber nach wie vor vergleichsweise tief.

Veränderungen haben sich auch bei der FDP ergeben, deren Kandidaten sich bei diesen Wahlen gesellschaftlich deutlich liberaler positionieren als vor vier Jahren, als sie nur leicht über dem heutigen SVP-Wert lagen.

Das grosse Zittern:

Die Prognosen sind relativ einfach zu machen. Die SVP wird natürlich die wählerstärkste Partei bleiben. Bei den Mitteparteien gibt es Verschiebungen. Die Grünen sinken entsprechend den bereits in diesem Jahr erfolgten kantonalen Urnengängen in der Wählergunst. Doch diese Änderungen bleiben an sich marginal.

Die grösste Auswirkung auf die Mehrheitsverhältnisse im Kantonsrat könnte eine technische Hürde haben: Um überhaupt ins Parlament einziehen zu können, muss eine Partei mindestens in einem der 18 Wahlkreise mehr als fünf Prozent erreichen.

Seit der Einführung vor acht Jahren ist zwar noch keine im Rat vertretene Partei über diese Hürde gestolpert. Doch 2014 schaffte die EVP in der Stadt Zürich diese Limite nicht und ist seither nicht mehr im Stadtparlament vertreten. Die EDU lag 2011 nur im Bezirk Hinwil über der Fünf-Prozent-Marke. Unklar ist auch, wie sich die BDP schlagen wird (2011 in drei Wahlkreisen über der Limite).

Die Kleinpartei AL kann hingegen siegessicher sein, auch wenn sie auf dem Land kaum zu mobilisieren vermag: In den linken Zürcher Stadtkreisen 4 und 5 kam die AL 2011 auf über 11 Prozent.

Die Anleitung:

Um genügend Stimmen holen zu können, haben die Parteien auf ihren Websites detaillierte Anleitungen aufgeschaltet, wie man «richtig» wählt. Bei der SVP beginnt dies mit den Schritten «Brief öffnen» und «Unterlagen herausnehmen». Wie die SVP raten auch alle anderen Parteien, dass man die «richtigen» – also die eigenen Kandidaten – wählen soll.

Damit die Stimmen nicht verloren gehen, weisen alle Parteien auch darauf hin, dass nur eine einzige Liste abgegeben werden soll – landen zwei oder mehr Listen im Wahlcouvert, sind alle Stimmen ungültig. Das ist der häufigste Fehler, den die Zürcherin und der Zürcher macht.

Zudem warnen auch mehrere Parteien davor, Kandidierende anderer Gruppierungen auf die Liste zu setzen. Dieses Vorgehen, das sogenannte «Panaschieren», ist zwar erlaubt, aber bei den Parteien (und den Auszählenden in den Wahlbüros) nicht beliebt. Denn dies, warnt etwa die CVP, «schadet der CVP!». Weil so, wie die Grünen festhalten, «die gewählte Liste die entsprechenden Stimmen verliert!».

Die Kleinen:

Neben den zehn Parteien, die auf dieser Seite in der Reihenfolge ihrer Listennummern abgebildet sind, treten am 12. April auch die Piraten, die Integrale Politik Zürich sowie – im Bezirk Uster – die Jungsozialisten an. Dies der Vollständigkeit halber. Aber: siehe Fünf-Prozent-Hürde.