Erst im Februar sprach das Beratungsunternehmen Location Group von neuen Rekordwerten: 12500 Franken koste ein Quadratmeter Ladenfläche pro Jahr im Durchschnitt- nur die Causeway Bay in Hong Kong und die 5th Avenue in New York seien teurer.

Doch die letztjährige Konsumflaute ging auch an den Läden zwischen Hauptbahnhof und Bürkliplatz nicht spurlos vorbei. Viele verbuchten Umsatzeinbussen, und zurzeit macht der starke Franken Probleme. Mit der Folge, dass sich bei den Mietpreisen ein neues Denken durchzusetzt, wie mehrere Branchenvertreter gegenüber dem «Sonntag» sagen. «Es mehren sich die Zeichen, dass auch an der Bahnhofstrasse die Bäume nicht in den Himmel wachsen», sagt Meinrad Fleischmann, Chef von Möbel Pfister, der mit seinem Möbelhaus in der Zürcher Innenstadt vertreten ist.

Die Vertragsverhandlungen würden sich in die Länge ziehen und in diesem Prozess müssten die Mietpreiserwartungen stark nach unten korrigiert werden. «Man hört von Beispielen, wo für grosse Flächen bei über 7 Millionen Franken eingestiegen wurde und mittlerweile bei 4.5 Millionen immer noch kein Vertrag abgeschlossen werden konnte.» Auch Olivier Burger, Chef und Eigentümer der PKZ-Gruppe, beobachtet einen Wandel: «Meiner Meinung nach wurde der Zenit erreicht, wenn nicht gar überschritten.» Absolute Höchstpreise seien nur noch schwer durchsetzbar. Zudem seien exorbitante Schlüsselgelder heute weniger möglich, sagt Burger im „Sonntag", der in Zürich mit den Geschäften PKZ, Feldpausch und Blue Dog präsent ist.

Markus Hünig, Präsident der Vereinigung Bahnhofstrasse, betont, dass in den letzten zehn Jahren die Mietpreise jährlich stetig um rund 6 Prozent gestiegen seien. «Ob es so weitergeht ist schwierig zu sagen. Ebenerdig gibt es Mietflächen ab durchschnittlich 5300 Franken pro Quadratmeter, an Toplagen sind selten auch 10000 Franken möglich.» Er beobachtet hingegen einen Trend in Richtung fünf- statt zehnjährige Mietdauer, da viele Markteilnehmer vorsichtiger geworden seien.