Auf die richtige Fährte führten DNA-Spuren, die der Täter vor sieben Jahren bei einem Velodiebstahl hinterlassen hatte. Die gleiche DNA fanden die Strafverfolger am Sonntag bei der Leiche auf dem Spielplatz in Schwamendingen und am Montagabend nach dem Angriff auf die Moschee.

Gleicher Täter beim Schwamendingen-Mord und Islam-Zentrum

Gleicher Täter beim Schwamendingen-Mord und Islam-Zentrum

Zürich - 20.12.16 - Am Dienstag Nachmittag haben die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei über ihre Ermittlungen im Fall der Schiesserei im Islam-Zentrum bekannt gegeben. Der Mordfall vom Sonntag konnte in Verbindung mit dem Täter des Angriffs auf die Moschee gebracht werden. Auch wurde bekannt, dass es sich bei dem aufgefundenen Toten vom Montag Abend um den Doppel-Täter handelt. Ein Motiv ist noch nicht bekannt, der junge Mann soll sich allerdings mit Okkultismus beschäftigt haben.

"Es gibt keinen Zweifel daran, dass dieser Mann, der sich nach dem Angriff auf die Moschee in der Nähe erschossen hat, für die beiden Taten verantwortlich ist", sagte Christiane Lentjes Meili, Chefin der Kriminalpolizei.

Dies gaben Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagmittag vor den Medien in Zürich bekannt. Die drei Männer, die am Montagabend beim Angriff auf das Islamische Zentrum verletzt wurden, sind ausser Lebensgefahr. Sie wurden notoperiert und befinden sich nach Angaben der Behörden in stabilem Zustand. Es handelt sich um einen 56-jährigen Schweizer sowie zwei Somalier im Alter von 30 und 35 Jahren.

Chefin der Kriminalpolizei: «Kein terroristischer Hintergrund»

Chefin der Kriminalpolizei: «Kein terroristischer Hintergrund»

Zürich - 20.12.16 - Christiane Lentjes-Meili, Chefin Kriminalpolizei, über den Ablauf des Montagabend.

Hintergrund und Motiv für beide Taten sind noch unklar. Klar ist jedoch, dass die Schüsse in der Moschee "keinen terroristischen Bezug haben. Auch gibt es keinerlei Hinweise auf eine Verbindung zum IS", wie Lentjes Meili weiter sagte. Weshalb er die Moschee auswählte, ist ebenfalls offen. Es sei keine Verbindung ersichtlich.

In der Wohnung des Täters im Bezirk Uster fand die Polizei jedoch Gegenstände, welche einen Hang zum Okkultismus belegen. Mit der Auswertung der Beweismittel aus der Wohnung stehe man jedoch noch am Anfang, sagte sie weiter.

Täter und Opfer kannten sich

Der Täter und das gleichaltrige Spielplatzopfer kannten einander seit Jahren. Sie waren offenbar eng befreundet. In letzter Zeit habe es jedoch Streitigkeiten gegeben, sagte Lentjes weiter. Das Opfer sei mit zahlreichen Messerstichen umgebracht worden.

Nach dieser Tat sei der Täter nach Hause gegangen, was an den Spuren in der Wohnung erkennbar sei. Als ihn die Polizei dort am Montagmorgen aufgrund der auf dem Spielplatz gefundenen DNA-Spuren verhaften wollte, war er aber nicht zu Hause.

Mitten in die Polizeiarbeit platzte dann die Meldung von der Schiesserei in der Moschee. Kurz nach dem Angriff auf Betende erschoss sich der Täter an der Sihl. Die Auswertung aller Spuren ergab, dass der 24-Jährige für beide Delikte verantwortlich war.

Mitglied des Islam-Zentrums: «Wir haben noch viel Fragen»

Mitglied des Islam-Zentrums: «Wir haben noch viel Fragen»

Zürich - 20.12-2016 - Saad Subaan, der im Islam-Zentrum arbeitet, hat an der heutigen Medienkonferenz zur Schiesserei vom Montag teilgenommen. Kriminalpolizei und Staatanwaltschaft haben über den Tathergang und Hintergründe des Täters berichtet, für die Mitglieder der islamisch-somalischen Gemeinde bleiben aber noch viele Fragen offen.

Der Täter lebte alleine. Am vergangenen Freitag kündigte er seine Stelle als Verkäufer und verliess seinen Arbeitsplatz per sofort. Ob er allenfalls psychische Probleme hatte, ist unklar. "Bei seinen Taten wäre dies aber nicht völlig abwegig", sagte Lentjes.

Tatablauf in Moschee noch unklar

Über den genauen Tatablauf in der Moschee gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Gemäss Zeugen soll der Mann beim Angriff "Raus aus unserem Land" geschrien haben. Die Kripo-Chefin konnte dies jedoch nicht bestätigen. Dies werde noch abgeklärt.

Amoklauf in Zürich: Alles zum Täter

Amoklauf in Zürich: Alles zum Täter

Ein mutmasslicher Okkultist aus Uster ist sowohl für das Tötungsdelikt in Schwamendingen als auch den Angriff in der Moschee beim HB verantwortlich.