Grosseinsatz

Amok-Alarm geklärt: Aus Versehen falsche Nummer gewählt

Grossalarm statt ein simples «falsch verbunden»: Der Amok-Alarm bei der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) ist vermutlich aus Versehen ausgelöst worden.

Weil am Donnerstagmorgen jemand eine falsche Telefonnummer eingestellt hat - vermutlich aus Versehen - wurde an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) Amokalarm ausgelöst. Mit entsprechend eindrücklichem Einsatz von Polizei und Rettungskräften.

Es klappte alles wie am Schnürchen. Die im Sicherheitssystem eigens eingerichtete Notfallnummer von ZHdK und Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) klingelte kurz vor 08.45 Uhr, der Amok-Alarm ging los, gleichzeitig ging bei der Polizei die Meldung ein und diese rückte aus.

Diese reagierte nach Dispositiv: Schutz und Rettung schickte Ambulanzen und Notfallarzt, ein Careteam wurde aufgeboten. Man nehme jeden Alarm ernst, teilte die Polizei später mit. Ob es allenfalls ein Fehlalarm sei, kläre man dann vor Ort.

Amok-Alarm im Toni-Areal: Die Watson-Redaktion vor Ort: 

(Quelle: Youtube/Watson)

Amok-Alarm im Toni-Areal: Die Watson-Redaktion hat sich vor Ort umgehört

Polizeikräfte riegelten das riesige Gebäude auf dem Toni-Areal im Kreis 5 ab, per Lautsprecher wurden die rund 5000 Personen, die drin waren, angewiesen, sich in den Räumen einzuschliessen und dicht am Boden zu bleiben. Polizeigrenadiere in Kampfmontur wurden losgeschickt, um das Gebäude zu durchsuchen. Polizei-Detektive nahmen Ermittlungen auf.

Amok-Alarm auf dem Zürcher Toni-Areal: Erste Aufnahmen vom Polizeieinsatz

Amok-Alarm auf dem Zürcher Toni-Areal: Erste Aufnahmen vom Polizeieinsatz

Viele der eingeschlossenen Studierenden und Mitarbeitenden nahmen die Angelegenheit recht locker - es war ja schon der dritte Alarm innert drei Wochen. Bei den beiden vorherigen hatte es sich um Fehlalarme gehandelt. Nach gut drei Stunden gab die Polizei schliesslich Entwarnung. Die Leute konnten das Gebäude verlassen.

Die Ermittlungen führten noch am gleichen Nachmittag zur Aufklärung der Geschehnisse: eine "im Kanton Zürich wohnhafte Person", so die Polizei, hatte die Notfallnummer gewählt. Ob unbeabsichtigt oder mutwillig, werde jetzt abgeklärt. Als Sofortmassnahme wurde die Nummer umgehend stillgelegt.

Falscher Amok-Alarm an der Zürcher Hochschule der Künste

Falscher Amok-Alarm an der Zürcher Hochschule der Künste

Verantwortlichkeiten abklären

Laut ZHdK-Rektor Thomas Meier müssen nun die Verantwortlichkeiten abgeklärt werden. Je nach Resultat könne das Ereignis vom Donnerstag für die einen oder anderen finanzielle Folgen haben. Der Einsatz der über hundert Polizei- und Rettungskräfte kostet laut Polizei mehrere zehntausend Franken.

Klar sei, dass die Schule für das Sicherheitssystem als solches keine Verantwortung trage, sagte Meier. Sie sei dagegen verantwortlich für die Sicherheitsorganisation, also dafür, was nach einem Alarm unternommen werde. Und das "ist heute sehr gut gelaufen".

Dritter Fehlalarm

Der jüngste Fehlalarm auf dem Hochschulcampus war bereits der dritte innert drei Wochen. Die beiden ersten hatten allerdings andere Auslöser. Beim ersten Mal war es laut Polizei eine technische Ursache, beim zweiten Mal hatte jemand aus Versehen einen Alarmknopf gedrückt.

Nach den beiden ersten Fehlalarmen sei man daran gegangen, das System zu überprüfen, sagte Meier. Der jüngste Zwischenfall "zeigt, wie nötig dies ist". Zudem war laut Polizei ein Treffen der Hochschulleitungen mit der Stadtpolizei vereinbart worden - ausgerechnet auf Donnerstag.

Per Social Media wurde das Geschehen lebhaft begleitet und kommentiert. Die Polizei mahnte per Twitter, ihre Anweisungen zu befolgen.

Studierende und Mitarbeitende, aber auch Aussenstehende, die vom Ereignis gehört oder gelesen hatten, posteten Informationen und ironische, verärgerte oder besorgte Kommentare. Nachdem die Ursache des Alarms klar war, folgten bissige Tweets über die "ZHdK-Amok-Hotline: Für ein Kettensäge-Massaker drücken Sie die 1...".

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