Es war ein turbulenter Samstag für Zürich: Nebst der alljährlichen Street Parade, die dieses Jahr aufgrund der Bauarbeiten beim Bellevue verzögert durchgeführt wurde, fand auch der letzte Tag des Zürich Openairs statt. Seit Mittwochabend war unweit von der Stadt, in Rümlang, auf fünf verschiedenen Bühnen Musik gespielt worden. Angesichts der Million Feierwütigen in der Stadt musste man den Besuchern aber insbesondere am Samstag etwas bieten: Mit Paul Kalkbrenner, Skrillex, Tale of Us oder Sascha Braemer kamen elektronische Künstler im Line-Up jedenfalls nicht zu kurz.

Dennoch wurde das Festivalgelände am Samstag erst gegen 19 Uhr langsam ernsthaft bevölkert. Zwar lief die Musik bereits am späten Nachmittag, doch der Hauptteil der Besucher wagte sich erst später auf das Gelände; die Konkurrenz durch die nachmittägliche Street Parade war damit deutlich spürbar.

Das Festival dürfte in seiner fünften Edition derweil das Maximum an Komfort für die Besucher erreicht haben. Überzeugen konnte die gesamte Infrastruktur des Festivals: Es gab eine grosse Anzahl Toiletten sowie kostenloses Trinkwasser und Plastik- und Holzplatten bedeckten den Boden für den Fall, dass es regnen sollte. Einzig die Musikanlage auf der Zeltbühne liess zu wünschen übrig: Ein bisschen mehr Bass wäre nicht verkehrt gewesen – insbesondere, als Skrillex auftrat, der frenetisch gefeierte US-Amerikaner, der sehr basslastige Musik spielt.

Nur noch bargeldloses Bezahlen

Während bei der ersten Durchführung das bargeldlose Bezahlen noch nicht gerade ausgeklügelt war, funktionierte es nun prima. Die Bezahlweise funktioniert so: An der Kasse erhält jeder einen Bändel mit einem Chip. Auf diesen Chip kann man entweder bereits zuhause im Internet Geld aufladen, oder aber am Festival selbst. Will man sich nun verköstigen an einem der zahlreichen Essen- oder Getränkestände, so hält man zum Bezahlen einfach sein Armband auf einen Scanner und der Betrag wird automatisch abgebucht.

Dadurch wurde mühsames Anstehen oder Warten auf ein Minimum reduziert – allerdings muss hier angemerkt werden, dass es auch nicht allzu viele Besucher gab. Einige Zelte füllten sich bloss zur Hälfte, was einerseits bequem für den Besucher ist, andererseits neue Löcher in die Kassen der Organisatoren reissen wird: Das Zürich Openair kämpfte bereits letztes Jahr mit erheblich geringeren Zuschauerzahlen.

Dennoch: Es wäre ein herber Verlust für die Schweizer Open-Air-Szene, würde das Zürich Openair wegfallen: Die Stimmung war auf dem gesamten Gelände ausgelassen und die auftretenden Künstler lieferten makellose Auftritte. Skrillex hüpfte wild zu seinen Dubstep-Klängen umher, Tame Impala liess sein Publikum mit an die 60er-Jahre erinnernden Gitarrenklänge innehalten und Paul Kalkbrenner weckte mit seinen bekannten Songs eine fast schon nostalgische Stimmung.