Zürich

Am «Wyss Zurich» wird aus Forschungsresultaten konkret Anwendbares

Forschende verschiedener Disziplinen der beiden Institutionen arbeiten am neuen Zentrum unter einem Dach zusammen.

Forschende verschiedener Disziplinen der beiden Institutionen arbeiten am neuen Zentrum unter einem Dach zusammen.

Aus Erkenntnissen der Grundlagen- und vorklinischen Forschung sollen möglichst rasch Therapien oder Produkte werden. Dafür soll ein gemeinsames Entwicklungszentrum von Universität Zürich und ETH Zürich dienen, das am Montag offiziell eröffnet wurde.

Forschende verschiedener Disziplinen der beiden Institutionen arbeiten am neuen Zentrum unter einem Dach zusammen. Vor allem geht es um medizinische und technologische Fortschritte, wie UZH und ETHZ mitteilten.

Gegründet werden konnte das Zentrum dank einer 120-Millionen-Dollar-Spende des Schweizer Unternehmers Hansjörg Wyss. Das "Wyss Translational Center" - kurz Wyss Zurich - hat laut Mitteilung im März seine Tätigkeit aufgenommen. Gearbeitet wird an den Schnittstellen von Medizin-, Natur- und Ingenieurswissenschaften.

Zur Zeit sind vorab vier Projekte in Arbeit: Live4Life, Life Matrix, HeartOne und Zurich Eye. Bei Live4Life geht es um Lebererkrankungen. Ausserhalb des Körpers bringt man patienteneigenes Lebergewebe so weit zum Wachsen, dass es als Ersatz des kranken Organteils eingepflanzt werden kann. Damit wird die Abstossungsgefahr stark verringert.

Ziel von Life Matrix ist es, aus menschlichen Zellen ein Gewebe herzustellen, welches Babys mit Herzfehler eingesetzt werden kann. Es wächst dann mit dem Kind, was zahlreiche Folgeoperationen unnötig macht. Deutliche Verbesserungen von künstlichen Herzpumpen stehen beim Projekt HeartOne im Zentrum.

Hansjörg Wyss.

Hansjörg Wyss.

Zürich Eye schliesslich ist ein Technologie-Projekt. Es befasst sich mit einem kamerabasierten Positionierungssystem. Dieses soll möglich machen, dass Fahrzeuge und Fluggeräte - etwa im Katastropheneinsatz, bei Transporten oder in der Landwirtschaft - selbstständig navigieren können.

Zudem hat laut Mitteilung bereits ein Projekt zur Behandlung von Multipler Sklerose begonnen. Bald lanciert würden zudem Projekte, bei denen es um Therapien bei Diabetes und Rückenmarksverletzungen gehe.

Brücke zwischen Forschung und AnwendungDem Donator geht es vor allem um eines: "Bahnbrechende Entdeckungen im medizinischen und technologischen Bereich müssen möglichst schnell zum Wohl der Menschheit nutzbar gemacht werden", sagte er laut Mitteilung an der Eröffnung. Er möchte dabei helfen, "den Prozess der Translation zu beschleunigen und eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und Anwendung zu schlagen".

Bundesrat Johann Schneider-Ammann hielt an der Eröffnungsfeier fest, Initiativen wie das Wyss Zurich seien auch von nationaler Bedeutung. Sie gewährleisteten, dass die Schweiz weiterhin ein anerkannter und starker Forschungs- und Innovations-Standort bleibe.

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