Kloten
Am Flughafen Zürich starten Bauarbeiten für Schnellabrollwege – Fluglärmgegner wehren sich

Schnellabrollwege erlauben Flugzeugen, die Landepiste rascher zu verlassen. Am Flughafen Zürich sind zwei solcher Anpassungen auf der Piste 28 geplant, damit landende Flugzeuge nachfolgende Maschinen nicht blockieren. Im Mai starten die Bauarbeiten. Fluglärmgegner wehren sich bis vors Bundesgericht gegen die Schnellabrollwege.

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Die Pisten 14 und 16 verfügen bereits über Schnellabrollwege, bei den Pisten 34 und 28 fehlen diese. (Symbolbild)

Die Pisten 14 und 16 verfügen bereits über Schnellabrollwege, bei den Pisten 34 und 28 fehlen diese. (Symbolbild)

KEYSTONE

Die Bauten auf der Piste 28 sind Bestandteil des Massnahmenpakets aus dem SIL-Objektblatt, wie die Flughafen Zürich AG am Dienstag mitteilte. Dieses setzt die raumplanerischen Leitplanken für weitere wichtige Entwicklungsschritte des Flughafens. Seit Dezember 2017 liege die rechtskräftige Plangenehmigung vor.

Mitte kommender Woche beginnen nun die Arbeiten im Westen des Flughafens für den ersten Schnellabrollweg "Bravo 7". Nach sechs Monaten soll dieser im November in Betrieb genommen werden. Parallel starten die Arbeiten für den zweiten Schnellabrollweg "Lima 7". Dieser soll dann bis Juni 2019 fertiggestellt sein.

Deutsche Sperrzeiten machen Abrollwege nötig

Fluglärmgegner und verschiedene Gemeinden östlich und südlich des Flughafens wehren sich gegen das Projekt. Sie befürchten, dass mit den Anpassungen am Pistensystem die Kapazität massiv erhöht wird. Der Verein "Flugschneise Süd - NEIN" hat im letzten Oktober ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ans Bundesgericht weitergezogen.

Der Wunsch nach diesen Schnellabrollwegen ist eine Folge der deutschen Sperrzeiten. Denn Möglichkeiten, an verschiedenen Stellen von den Landepisten wegzufahren, bestehen zwar bei den tagsüber üblichen Nordanflügen: Entlang der Pisten 14 und 16 sind entsprechende Rollwege vorhanden.

Aber bei Landungen von Süden auf die Piste 34 sowie von Osten auf die Piste 28 fehlen diese. Diese Landungen sind am frühen Morgen sowie abends notwendig, um nicht über süddeutsches Gebiet anfliegen zu müssen. Bei den Pisten 34 und 28 gibt es weniger Möglichkeiten, vor den Pistenenden zu den Terminals abzuzweigen.