Jubiläum
Am Flughafen Zürich herrscht seit 70 Jahren ein Kommen und Gehen

Seit der Flughafen 1948 eröffnet wurde, wird dort permanent gebaut. Neben den unzähligen Baustellen begleiten auch zwei Groundings die Flugplatz-Geschichte.

Lina Giusto
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Der Flughafen Zürich feiert seinen 70. Geburtstag
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Die Passagiere besteigen ein Swissair-Flugzeug, dass den Zürcher Flughafen zum ersten Mal Richtung London verlassen wird.
Damals waren die Passagiere noch zu Fuss auf dem Rollfeld in Zürich Kloten unterwegs.
Anlässlich eines Flugzeugabsturzes in Chigago gab es ein weltweites Grounding der gesamten DC-10 Flotte wegen Verdacht auf Konstruktonsmängel der Triebwerkaufhängung. Während zwölf Tagen waren die Flieger der Swiss-Langenstreckenflüge am Boden.
Das zweite Grounding: Am 2. Oktober 2001 fiel die Schweiz in eine Schockstarre als vermeldet wurde, dass die Swissair nicht mehr fliegen kann. Obwohl das finanziell angeschlagene Unternehmen in letzter Minute noch eine Geldspritze von den Schweizer Grossbanken UBS und CS erhielt, konnte die Flotte nicht mehr in die Luft. Der Grund: Das Kerosin war ausgegangen.
Noch heute wird am Flughafen Zürich fleissig gebaut. The Circle ist derzeit die grösste Baustelle der Schweiz.
Am Flughafen Zürich soll im ersten Halbjahr 2020 ein Dienstleistungszentrum mit Büros, Hotels, Restaurants, Läden und einer Filiale des Universitätsspitals seinen Betrieb aufnehmen.

Der Flughafen Zürich feiert seinen 70. Geburtstag

ETH-Bildarchiv und ZVG

Der Flughafen Zürich feiert einen runden Geburtstag. Seit 70 Jahren starten und landen Flieger, Reisende und ihr Gepäck werden in und aus den Maschinen befördert. Es ist eine Geschichte von Meilensteinen. Ein paar Besonderheiten, die sich in der Geschichte am und rund um den Flughafen zugetragen haben, sollen deshalb beleuchtet werden – zur Einstimmung auf die Tage der offenen Türen am kommenden Wochenende in Kloten.

  • Erste Flugbewegung: Am 14. Juni 1948 findet der erste Flug von Kloten aus statt. Es ist auch das Jahr, in dem der Flughafen offiziell seinen Betrieb aufnimmt. Am besagten Tag Mitte Juni vor 70 Jahren hob also auf der 1900 Meter langen Westpiste die Maschine Douglas DC-4 der Swissair Richtung London ab. Bis heute gehört London mit seinen sechs Flughäfen zur am meisten angeflogenen Destination von Zürich aus. Insgesamt 160 Flieger starten jede Woche in Richtung der britischen Metropole. Dabei werden 23 463 Passagiere zwischen den beiden Städten wöchentlich hin und her geflogen. Mittlerweile werden von Zürich aus mit allen vertretenen Fluggesellschaften 185 Destinationen in 66 Ländern angeflogen.
  • Stillstand: Am Dienstag, dem 2. Oktober 2001 fiel die Schweiz in eine Schockstarre. An diesem Tag blieben die Flieger mit der roten Heckflosse und dem Schweizer Kreuz darauf am Boden. Die finanziell angeschlagene Swissair kämpfte um ihr Überleben. Obwohl sie in letzter Minute dringend benötigte Gelder von den Schweizer Grossbanken UBS und CS erhalten hatte, blieb die Flotte am Boden. Der Grund: Es stand kein Kerosin mehr zur Verfügung. In der Geschichte der Swissair, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts endete, gab es aber zuvor schon einmal ein Grounding. Dies war 1979. Wegen eines Flugzeugabsturzes in Chicago verordnete die amerikanische Luftfahrtbehörde ein weltweites Flugverbot für den Maschinentyp DC-10. Wegen Verdacht auf Konstruktionsmängel stand ein Grossteil der Langstreckenflotte der Swissair während zwölf Tagen am Boden.
  • Permanent im Bau: Seit der Eröffnung des Flughafens in Kloten befindet sich dieser in ständiger Erweiterung und Erneuerung. In fünf Bauetappen wurden während fast 50 Jahren Flugpisten gebaut und erweitert, die unterschiedlichen Terminals sowie Parkhäuser errichtet. Die Investitionen der ersten vier Bauetappen umfassten insgesamt über 1,5 Milliarden Franken. Höhepunkt des stetigen Ausbaus des Flughafens bildete Ende der 1990er-Jahre aber die fünfte Bauetappe namens «Airport 2000». Im Rahmen des 2,4 Milliarden Ausbaus wurden überholte Systeme ersetzt und das dritte Terminal Dock E, das zwischen drei Flugpisten liegt, gebaut. Notwendig für dessen Erschliessung waren die Luftkissenbahn Skymetro, ein Strassentunnel und unterirdische Gepäckförderbänder. Das bislang teuerste Flughafen-Bauvorhaben war 2004 vollendet. Obwohl sich derzeit die grösste Baustelle der Schweiz ebenfalls am Flughafen in Kloten befindet, ist es gleichwohl nicht das teuerste Bauvorhaben. The Circle – ein Dienstleistungszentrum mit Büros, Hotels, Restaurants, Läden und einer Filiale des Universitätsspitals – soll bis im ersten Halbjahr 2020 für eine Milliarde Franken vor den Türen des Flughafens Zürich entstehen. Parallel dazu soll in den nächsten sechs Jahren die Gepäcksortieranlage für 470 Millionen Franken um- und ausgebaut werden. Zur besseren Verknüpfung von Bahn, Bus, Parkplätzen, The Circle und Terminals wird 2020 mit dem Bau einer Verbindungshalle im Umfang von 250 Millionen Franken begonnen.