Zürich
Altersheime: Nach dem Wurstsalat ein Jass und dann ins Bett

Die Insassen der Altersheime der Stadt Zürich müssen dieses Jahr definitiv mit bescheideneren Menus auskommen. Der Gemeinderates hat am Mittwochnachmittag gekürzte Lebensmittelbudgets mit 63 zu 61 Stimmen beschlossen.

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Sparmassnahmen

Sparmassnahmen

Keystone

Nicht nur mit einfacherem Essen müssen sich die Altersheimbewohner zufrieden geben, auch an den Nachmittags- und soziokulturellen Programmen gibt es Abstriche. Eigeninitiative sei Balsam für die Seele, argumentierte ein SVP-Sprecher, es gehe nichts über einen gemütlichen Jass.

Und auch in den Pflegeheimen wird nach dem Willen des Stadtparlaments gespart: Weniger Bio-Lebensmittel, Abstriche bei der Personalausbildung.

Und vor allem wird die erst ins Leben gerufene Abteilung «besondere Pflege» für intensiv pflegebedürftige Menschen vorderhand wieder aufgelöst. Eine absolut absurde Sparübung, wie es auf links- grüner Ratsseite hiess.

Die Sparmassnahmen hatte der Stadtrat widerwillig vorgeschlagen. Die Gemeinderatsmehrheit aus SVP, FDP, GLP, CVP und EVP hatte das Budget im Dezember zurückgewiesen mit der Anweisung, das 220- Millionen-Franken-Defizit sei wegzukürzen. Wo dies geschehen sollte, sagte das Parlament nicht.

Die Mitte-rechts-Sparallianz winkte sämtliche Kürzungsanträge durch. Alle Anträge von SP, Grünen und AL, beim einen oder anderen Posten auf eine Kürzung zu verzichten, lehnte sie ab. Auch zusätzliche Sparanträge von links-grün stiessen bei der Gegenseite auf taube Ohren.