Historische Bilder
Als in Zürich noch Rösslitrams verkehrten und beim Central das Leben pulsierte

Das «Gedeckte Brüggli», die ersten Trams und der prominente Leonhardsplatz, der heute unter einem anderen Namen bekannt ist: Die historischen Aufnahmen von Zürich zeigen, wie sehr sich die Hauptstadt des Kantons in den vergangenen 150 Jahren verändert hat – und dabei doch sich selbst geblieben ist.

Sandra Meier
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Blick vom Hauptbahnhof in Richtung Bahnhofbrücke und Central im Jahre 1864 vor der Brückenerweiterung, welche im Jahre 1871 stattgefunden hat.
43 Bilder
Um 1880: Zürich mit dem früheren Kratzquartier kurz vor dem Bau der Seeanlagen. Der heutige Kreis 7 ist noch beinahe unbebaut. Der Brauch, beim Sechseläuten den Böögg zu verbrennen, soll auf Bewohner des Kratzquartiers zurückgehen. Buben aus dem Quartier verbrannten seit Jahrhunderten mehrere Strohpuppen auf verschiedenen «Richtplätzen».
Der heutige Bürkliplatz hiess früher Stadthausplatz. Bei genauem Betrachten erkennt man linkerhand des Stadthauses das angebaute Ravelin. Aufnahme von zwischen 1877 und 1886.
Blick auf den Hauptbahnhof und die Bahnhofbrücke um zirka 1883.
Historische Bilder Zürich
Limmatquai um zirka 1890.
Das Grossmünster 1893. Der südlichste Teil des Limmatquais, der vom Grossmünster bis zum Bellevue reicht, hiess früher (bis 1933) «Sonnenquai».
Um 1893: Ein Stück vom alten Zürich, als das alte Kornhaus noch stand. Dieses musste der Fraumünsterpost und dem neuen Stadthaus weichen.
Das Gebiet um die Bahnnhofbrücke war früher stärker bebaut. Das Bild entstand zwischen 1870 und 1900.
"Hardthurm" um 1894.
Trams gibt es in Zürich bereits seit 1882, auch wenn sie anfänglich noch von Pferden gezogen wurden. Zwölf Jahre später wurden die ersten elektrisch betriebenen Tramlinien in Betrieb genommen.
Neumühle-Quai zwischen Central und Walcheplatz vor 1900. Zürich erlebte im Industriezeitalter den Aufstieg zur heutigen Wirtschaftsmetropole der Schweiz. Heute ist nur noch wenig Industrie inmitten der Stadt ansässig.
Der «Glaspalast» von Jelmoli wurde nach Pariser Vorbild entworfen und zwischen 1898 und 1899 gebaut. Bild: 1900.
Limmatquai 1890 bis 1900.
Der Kreuzplatz 1905. Rechts die Zollikerstrasse, rechts hinten die Neumünsterkirche.
Ruder- statt Motorboote auf der Limmat um 1905. Im Bild von links nach rechts: Post, Stadthaus, Fraumünster, Peterskirche, Grossmünster.
Das Limmatquai bei der alten Uraniabrücke um zirka 1905.
Die Drahtseilbahn zum Polytechnikum wurde 1889 eröffnet und ist das Überbleibsel eines gross angelegten Projekts. Ende des 19. Jahrhunderts sollte der Zürichberg mit einer Seilbahn erschlossen werden. Postkarte von zwischen 1900-1910.
Der Limmatraum zwischen Urania, Bahnhof und Central um 1910.
Was wäre Zürich ohne das traditionelle Sächsilüüte? Der Böögg wird seit 1902 auf einem grossen Scheiterhaufen in der Mitte des Sechseläutenplatzes verbrennt. Postkarte datiert vor 1916.
Blick auf den Bahnhofplatz um 1910. Das heutige Aussehen erhielt der Bahnhofplatz mit den Bauarbeiten, die 1970 ihren Abschluss fanden. Seither ist er stark vom Verkehr geprägt.
In aller Ruhe über den Bahnhofplatz spazieren, wie auf dem Foto um zirka 1910, ist heute nicht mehr möglich.
Uraniaplatz. Das Bild entstand zwischen 1900 und 1922.
Blick über Zürich vom Polytechnikum aus. Bild um 1911.
Mittelrisalit des ETH-Hauptgebäudes im Baugerüst um zirka 1918. Die ETH Zürich wurde 1855 unter dem Namen "Polytechnikum" gegründet. Die neue Bildungsstätte sollte ein eigenes Gebäude erhalten, dessen Bau zwischen 1858 und 1864 erfolgte. Damals waren Uni und ETH noch im selben Gebäude untergebracht. Nach dem Auszug der Universität wurde das Hauptgebäude umgebaut.
Die Südfassade blieb unverändert. Gegen die Rämistrasse wurde die Gesalt durch eine neue Schaufassade und die heute charakteristische Kuppel ergänzt.
Seit 1223 fror der Zürichsee insgesamt 25 Mal ganz zu. Im Bild: Die Seegfrörni von 1929.
Seit 1843 bieten Unternehmen kommerzielle Schiffstransporte auf dem Zürichsee an. Im Bild: Ein Schraubendampfer beim Zürichhorn vor 1931.
Eine Luftaufnahme der Swissair zeigt das Hochschulviertel, das Hauptgebäude, das Chemiegebäude und die Sternwarte im Jahr 1931.
Die sogenannte «Neue Kantonsschule» an der Rämistrasse beherbergte die Industrie- und Handelsschule sowie die Naturwissenschaftsräume der ganzen Kantonsschule. Bild von 1931.
Schon früher war das Niederdorf Zentrum des gesellschaftlichen Lebens mit verschiedenen Restaurants und Bars. Im Bild: Niederdorfstrasse und rechts die Köngengasse.
Blick auf die Bahnhofbrücke nach 1951. Das Gebäude, das erst das Warenhaus Globus und heute den Coop beherbergt, wurde 1960 gebaut.
Blick auf das Rennwegquartier 1957.
Das Strandbad Tiefenbrunnen entstand 1954 (im Bild 1957). Das gesamte Areal liegt auf einer künstlichen Seeauffüllung.
Der Löwenplatz von 1957.
Luftbild von 1958: Internationale Ballon-Freundschaftsfahrt anlässlich der Eröffnung der grossen Haupttribüne im Letzigrund.
Die letzte volle Seegfrörni war 1963.
Blick über die Kreise 4 und 5 im Jahr 1967. Im Bild zu sehen: Käferbergtunnel, Hardturm und das Gebiet um den Güterbahnhof.
Infrarot-Aufnahme von 1970; von links nach rechts: Grossmünster, Predigerkirche, Fraumünster, Peterskirche.

Blick vom Hauptbahnhof in Richtung Bahnhofbrücke und Central im Jahre 1864 vor der Brückenerweiterung, welche im Jahre 1871 stattgefunden hat.

ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Unbekannt

Der Hauptbahnhof Zürich im Bau um 1870. Verantwortlicher war Architekt Jakob Friedrich Wanner, unter dessen Leitung auch die Bahnhöfe Aarau, Turgi, Winterthur und Dietikon entstanden.

Baugeschichtliches Archiv der Stadt Zürich

Zwischen 1689 und 1950 verband das «Gedeckte Brüggli» den unteren Mühlesteg und die Papierwerd mit dem Bahnhofquai am linken Limmatufer. Es galt als inoffizielles Wahrzeichen von Zürich.

ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Unbekannt

Der Bahnhofplatz um 1900. Vollendet wurde der langgezogene, rechteckige Platz 1871. Die ersten Trams wurden von Rössern gezogen.

Zentralbibliothek Zürich

Früher hiess das Central Leonhardsplatz und galt als Treffpunkt des öffentlichen Lebens.

Wikimedia/Hofer, Crispini, Baumann: Zürich, gestern und heute aus dem gleichen Blickwinkel, Slatkine Verlag, Genf 1984

Weitere Aufnahmen finden Sie in der Bildergalerie oben.

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