Wahlen 2011/ZH

Alle gegen Einen: Blocher im zweiten Wahlgang wohl ohne Chance

SVP-Übervater Christoph Blocher wirds im 2. Wahlgang nicht schaffen, prophezeien viele.

SVP-Übervater Christoph Blocher wirds im 2. Wahlgang nicht schaffen, prophezeien viele.

Alle gegen alt Bundesrat Christoph Blocher: So präsentiert sich die Ausgangslage vor dem zweiten Wahlgang der Ständeratswahl im Kanton Zürich. Dieses Szenario gab es bereits in ähnlicher Form vor vier Jahren.

«Das Rennen ist gelaufen: Zürich schickt zum zweiten Mal die Grünliberale Verena Diener und Felix Gutzwiller von der FDP in die kleine Kammer», kommentierte der «Tages-Anzeiger» am Montag. Vieles spricht tatsächlich dafür, dass es im zweiten Wahlgang vom 27. November so herauskommt. Diener hat im ersten Wahlgang das absolute Mehr um 15 217 Stimmen verfehlt. Gutzwiller fehlten 19 614 Stimmen, um - wie vor vier Jahren - bereits im ersten Wahlgang reüssieren zu können. Bei 9 Kandidierenden war zwar ein zweiter Wahlgang absehbar, nicht unbedingt, dass dieser von beiden Bisherigen bestritten werden muss.

Keine neue Ausgangslage

Für die FDP habe sich die Ausgangslage nach dem ersten Wahlgang vom Sonntag nicht verändert, sagte Parteipräsident Beat Walti auf Anfrage. Die FDP habe sich aus sachpolitischen Gründen für einen eigenständigen Wahlkampf entschieden und damit die Wählerinnen und Wähler überzeugen können.

«Es gibt auch unter taktischen Gesichtspunkten für uns keine Veranlassung vom bisherigen Kurs abzuweichen», betonte Walti. Schliesslich gehe es auch um die politische Glaubwürdigkeit. Im Klartext: Eine Unterstützung des SVP-Kandidaten Christoph Blocher ist für die FDP - ungeteilte bürgerliche Standesstimme hin oder her - an der Delegiertenversammlung vom Donnerstag kein Thema.

Rot-grün entscheidet

SP und Grüne, die mit ihren Kandidaten nicht den Hauch einer Chance hatten, verabschiedeten sich noch am Sonntagabend aus dem Rennen. Damit wiederholt sich am 27. November ein ähnliches Szenario, wie vor vier Jahren. Damals unterstützten SP und Grüne Diener, um Ueli Maurer zu verhindern - und dies mit Erfolg.

Um diesmal Christoph Blocher am Einzug in die kleine Kammer zu hindern, wird sich rot-grün erneut für die Unterstützung von Diener oder allenfalls gar beider Bisheriger entscheiden. Das letzte Wort hat jedoch die Parteibasis.

Blocher will nochmal, ohne Chance

Im Alleingang aber wird Blocher keine Chance haben und sein angekündigter Sturm auf die kleine Kammer ein laues Lüftchen bleiben. Seine SVP bezeichnet die Ausgangslage für den zweiten Wahlgang als offen. Mehr als Zweckoptimismus ist das nicht. Blocher hat im ersten Wahlgang mit rund einem Drittel der Stimmen sein Potenzial ausgenutzt. Mehr liegt für den 71-jährigen Doyen im zweiten Durchgang, in dem die Stimmbeteiligung ohnehin tiefer ausfallen wird, nicht drin.

So dürften am Dienstagabend an der SVP-Delegiertenversammlung auch Stimmen laut werden, entweder den Kandidaten auszuwechseln oder auf einen zweiten Wahlgang zu verzichten. Blocher hat jedoch bereits nach dem ersten Wahlgang klipp und klar erklärt, dass er nochmals antreten wolle, um einen linken Ständerat zu verhindern.

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