Am Tag der Schweizer Informatik-Olympiade an der ETH ist der 13-jährige Lorenz Brun aus Zürich mit dem Jugendpreis ausgezeichnet worden. Ein «hoffnungsvolles Jungtalent» sei er, sagt Marlis Zbinden, Geschäftsführerin des Verbands Schweizer Wissenschaftsolympiaden. Er sei dieses Jahr der weitaus jüngste Teilnehmer gewesen. Sie hoffe, dass er auch in Zukunft bei der Olympiade mitmache und vielleicht sogar einmal als Teilnehmer der Schweizer Delegation an die internationale Olympiade fahren könne.

Lorenz wollte schon früh mehr wissen als Schulkinder seines Alters. Daher schickten ihn die Eltern an eine Privatschule, die auf die Förderung besonders begabter Kinder ausgerichtet ist, die Talenta. Und natürlich schaute er seinem Vater zu, wenn dieser am Computer arbeitete. Mit zehn Jahren hat er den ersten Computer bekommen, und rasch wollte er wissen, was dahinter steckt, wie ein Computer funktioniert, und schrieb als Erstes ein einfaches Rechenprogramm, das Zahlen addieren konnte.

Eine eigene Website

Dabei blieb es nicht. Mit einem Kollegen zusammen baute er eine eigene Website auf, und zwar ohne die Hilfe von bereits fertigen Programmen, sondern von Grund auf, wie er betont, und entwickelte ein Wörterlernprogramm und ein Programm für Niederschlagsradarbilder. Sprachen seien nicht sein Lieblingsfach, hält er fest, weshalb das Programm sehr hilfreich sei. «Und weil ich dachte, auch andere Schülerinnen und Schüler fänden das Wörterlernen vielleicht nicht so toll, stellte ich das Programm ins Web und somit allen zur Verfügung», sagte er. Gegenwärtig ist er mit der Version 2 beschäftigt, was aber etwas dauere. «Ich habe längst festgestellt, dass das Programmieren immer länger dauert als ursprünglich gedacht», weiss er zu berichten.

Zwar treibt er auch gern Sport: Er fährt Ski, er geht gern schwimmen, spielt Tennis, aber er räumt ein: «Das Tüfteln am Computer macht mir besonders Spass.» Jetzt besucht Lorenz die zweite Klasse des Gymnasiums an einer Privatschule, er möchte aber ans mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium wechseln, weil er dort auf zusätzliche Förderung in den Fächern hofft, die ihm besonders liegen. Vor allem die Mathematik hat es ihm angetan. «Da kann ich noch viel lernen», freut er sich. Und dann habe er auch eine bessere Basis, um noch anspruchsvollere Aufgaben im Bereich der Informatik zu lösen.

Denn das hat er rasch eingesehen: Die Aufgaben, welche den Olympiade-Teilnehmenden im Bereich der Informatik gestellt werden, haben es in sich. Da war etwa ein Programm zum Problem der Freifläche von aufgehängten Postern zu schreiben, was er sehr gut bewältigt hat, doch für die Lösung eines Zählproblems – es ging um die Frage, wie man am besten die Zahl der Soldaten der Armee im Käseland ermittelt – fehlten ihm die nötigen Mathematikkenntnisse.

Wer an der Schweizer Informatik-Olympiade mitmachen wollte, konnte an zwei Workshops teilnehmen, die von Assistenten und Studenten am Lehrstuhl für Informationstechnologie und -ausbildung von Professor Juraj Hromkovic durchgeführt wurden. Gut hundert Interessenten seien sie gewesen, hält Lorenz fest, übrigens alles Burschen. «Diese Workshops waren für mich besonders lehrreich», merkt er an, da habe er Methoden kennen gelernt, von denen er zuvor nichts gewusst habe.

Das macht natürlich Lust auf mehr. Sein Traumziel übrigens wäre es, wenn er dereinst bei Google arbeiten könnte.

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