Prostitution
Albisriederplatz kein Einzelfall: Untermieter machte mindestens 17 weitere Wohnungen zu Bordellen

Während ihres Sprachaufenthalts auf Hawaii funktionierte der Untermieter einer jungen Zürcherin ihre Wohnung zum Bordell um. Offenbar nicht zum ersten Mal. Alleine in Kloten hat der Mann in diesem Jahr in 17 Wohnungen die Lücken im Schweizer Mietrecht ausgenutzt.

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In einer Wohnung am Albisriederplatz gehen neuerdings Freier ein und aus

In einer Wohnung am Albisriederplatz gehen neuerdings Freier ein und aus

Screenshot Google Street View

Der Fall sorgte für grosses Aufsehen. Während ihres Sprachaufenthalts auf Hawaii wollte eine junge Zürcherin ihre Wohnung beim Albisriederplatz an untervermieten. Und staunte nicht schlecht, als ihr die Polizei mitteilt, dass die Wohnung jetzt als Bordell genutzt wird. Die Vermieterin, eine grosse Schweizer Immobilienfirma, droht der jungen Frau gar mit Kündigung.

Das Problem ist, dass das Schweizer Mietrecht Lücken aufweist und eine schnelle Schliessung des Etablissements nicht erlaubt. Dies nutzte der Untermieter Heiko S. aus – und das nicht zum ersten Mal, wie der "Blick" berichtet. Alleine in Kloten habe der Deutsche in diesem Jahr 17 Wohnungen umfunktioniert. Die Stadtpolizei konnte zwar mit Verzeigungen und Nutzungsverboten einschreiten, doch zieht Heiko S. einfach zum nächsten Ort.

Zudem arbeitet er offenbar nicht alleine. Eine der Wohnungen in Kloten wurde von einer 25-jährigen Frau angemietet. Die Deutsche habe angegeben, selbständig erwerbend zu sein, habe alle Papiere und auf jede Frage eine plausible Antwort gehabt, wie die Vermieter sagen. "Wir haben aber schnell gemerkt, dass in den Wohnungen mehrere Frauen anschaffen."

Lücken im Mietrecht ausgenutzt

Die Prostituierten kennen dabei das Schweizer Mietrecht ganz genau. Als die Miet-Profis die unerwünschten Untermieter loswerden wollten, drohten diese mit der Polizei. "Als ich die Prostituierten rauswerfen wollte, haben die mir stinkfrech das Obligationenrecht vorgelesen", sagte die Vermieterin zum "Blick".

Auch Heiko S. ist sich keiner Schuld bewusst. Er sei kein Zuhälter, sondern nur für die Werbung der "Mädchen-WGs" zuständig. "Die Frauen sind Escorts, sollten zu den Kunden nach Hause gehen." Hausbesuche an den gemieteten Liegenschaften seien nur die Ausnahme. Mit Bordellen will er nichts zu tun haben, wie es im Bericht heisst. "Die Prostitutionsgesetze in der Schweiz sind einfach so kompliziert!"