Zürich
AL und GLP für schnellere Schulhaus-Planung und gegen «Pavillon-Schulen»

Die Alternative Liste und die Grünliberale Partei wollen dem Zürcher Stadtrat keinen Freibrief bei der Schulraumplanung geben. Sie lehnen den Rahmenkredit von 20 Millionen Franken für den Bau von rund 16 Schulpavillons bis 2020 ab.

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AL und GLP sind dagegen, dass ganze Pavillon-Schulen wegen ungenügender Planung erstellt werden müssen (Symbolbild)

AL und GLP sind dagegen, dass ganze Pavillon-Schulen wegen ungenügender Planung erstellt werden müssen (Symbolbild)

Archiv/mf

Ein Nein zum Kredit am 18. Mai an der Urne bedeute nicht, dass in Zukunft keine Pavillons mehr erstellt werden können, sagte AL-Gemeinderat Andreas Kirstein am Montag vor den Medien. Der Stadtrat erhalte nur keinen Blankocheck, sondern müsse jährlich mit konkreten Projekten vor den Gemeinderat treten. Zudem wollen GLP und AL, dass die Planung von Schulhäusern vorangetrieben wird.

In der Vergangenheit habe der Stadtrat bei der Schulraumplanung nicht immer eine glückliche Hand gehabt, stellte Kirstein fest. Und nichts deute darauf hin, dass die links-grüne Mehrheit aus den Fehlern der Vergangenheit Lehren ziehen wolle.

So sei immer noch offen, wann mit der Planung des Schulhauses Leutschenbach/Thurgauerstrasse begonnen werden könne und wo in der Manegg das Schulhaus Allmend gebaut werden könne. In den Sternen stehe auch, ob im Gebiet Letzi das Schulhaus, wie versprochen, bis 2022 in Betrieb genommen werden könne.

Auch in Zürich-West sei die Situation unklar. Und auch völlig offen sei, wo die "Pavillonkinder" im Schulkreis Glattal in die Oberstufe gehen sollen, weil das Oberstufenschulhaus bis 2020 bis auf den letzten Quadratmeter belegt sein werde.

Die Grünliberalen seien nicht per se gegen Schulpavillons, betonte Gemeinderätin Isabel Garcia. Pavillons könnten eine sinnvolle, temporäre Ergänzung sein, wenn die Schülerzahlen steigen und wenn es darum gehe, Spitzen in gewissen Schulhäusern zu brechen. Dass jedoch ganze Pavillon-Schulen wegen ungenügender Planung erstellt werden müssten, sei eine ungute Entwicklung.

Auch für Markus Pfister, Mitglied der Kreisschulpflege Glattal, sind Pavillons lediglich eine Notlösung und sollten nur für temporäre Überbrückungen eingesetzt werden. Die Platzverhältnisse in Pavillons seien beengend und bedingten einen grossen organisatorischen Aufwand, der sich belastend auf den Unterricht auswirke.
Plafonds für Schulhausbauten erhöhen

Wenn 2018 der Rahmenkredit von 50 Millionen Franken ausgeschöpft sein werde, würden rund 10 Prozent aller Schulkinder in der Stadt Zürich in Pavillons unterrichtet, stellte AL-Gemeinderat Walter Angst fest. Da könne man nicht mehr von "zeitlich befristeten Schülerspitzen" und "nötigen Übergangslösungen" sprechen.

Es sei deshalb nötig, dass die Stadt ihre Investitionsplanung neu ausrichte und den Plafonds für den Neubau von Schulhäusern erhöhe. Die gut 50 Millionen Franken jährlich für neue Schulbauten reiche bei weitem nicht aus, die bestehende "Schulhauslücke" zu schliessen. Zuerst eine Pavillonschule und - wie beim Schulhaus Blumenfeld - sechs Jahre später ein neues Schulhaus zu bauen, sei langfristig teurer.

Angesichts der hohen Erstellungskosten und der langen Planungs- und Realisierungsphase müsse allenfalls über Standard-Schulhausbauten nachgedacht werden, sagte Garcia. Nicht jede Schulanlage müsse städtebaulich wertvoll und für das Quartier identitätsstiftend sein. Schulhäuser müssten vor allem funktional, zeitgemäss, gut ausgestattet und kinderfreundlich sein. (sda)