Zürich
Aktion «Lies!» umgeht Bewilligung mit mobilen Koran-Verteilern

Die Aktion «Lies!» erhält auf Anraten von Sicherheitsdirektor Mario Fehr in Zürich keine Standbewilligungen mehr. Diese hat aber nun bereits eine Alternative gefunden.

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Anstatt eines Standes, verteilen Männer nun mobil ihre Korane an der Bahnhofstrasse an Passanten.

Anstatt eines Standes, verteilen Männer nun mobil ihre Korane an der Bahnhofstrasse an Passanten.

Twitter/Jennifer Furer

Obwohl das Stadtzürcher Sicherheitsdepartement die Standaktion des Vereins seit kurzem nicht mehr behandelt, waren am vergangenen Wochenende an der Bahnhofstrasse erneut zwei Koranverteiler unterwegs, wie «20 Minuten» berichtet.

Diesmal stellten sie allerdings keinen Stand auf, sondern agierten mobil. Ausserdem gaben sie sich nicht als «Lies!» aus. Stattdessen liefen sie mit einem neutralen Transparent mit der Aufschrift «Gratis Koran» auf dem Rücken herum.

Das ist eine entscheidende Änderung, denn für ein solches Vorgehen braucht es keine Bewilligung.

Stadt will noch nicht intervenieren

Der kantonale Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) hat den Zürcher Gemeinden Anfang Mai empfohlen, Standaktionen von «Lies!» nicht mehr zu bewilligen. Ein Rechtsgutachten stützte diese Empfehlung, weil die Aktionen dazu dienen könnten, radikalisierte Muslime zu vernetzen und andere zu indoktrinieren.

Gegen das angepasste Vorgehen der Koran-Verteiler, rät der Kanton mit polizeilichen Mitteln vorzugehen. So solle man die Koran-Verteiler wegweisen. Robert Soos, Sprecher des Sicherheitsdepartements, sagt gegenüber «20 Minuten» allerdings: «Wir schauen an, was wir im Fall von nicht bewilligungspflichtigen ‹Lies!›-Verteilaktionen machen können».

Solange es aber das Rechtsguthaben nicht geprüft sei, werde es keine Wegweisungen gegen die mobilen Koran-Verteiler geben. (lgi)