Die Staatsanwaltschaft wirft Iris Ritzmann insgesamt in sieben Punkten den Bruch des Amtsgeheimnisses vor. Das schreibt die «NZZ am Sonntag» unter Bezugnahme auf das Schlusseinvernahmeprotokoll Ritzmanns.

Die mutmassliche Weitergabe zweiter interner Berichte zu den Leistungen Mörgelis ist dabei nur ein Punkt. Der Staatsanwalt will auch E-Mails Ritzmanns an einen Journalisten des «Tages-Anzeigers» ins Recht fassen, in denen Ritzmann selber sich kritisch zu Mörgelis Arbeit äussert. Die Universität, so der Staatsanwalt, habe hier die Fürsorgepflicht der Arbeitnehmerin zu wahren. Weiter inkriminiert der Staatsanwalt E-Mails, in denen interne Sitzungen und interne E-Mails thematisiert werden.

Mysteriöser Besuch in Büro

Ausserdem meldet die «NZZ am Sonntag», dass sich zwei unbekannte Männer auf dem Höhepunkt der Affäre unbefugterweise Zugang zum Büro von Titularprofessorin Iris Ritzmann verschafft haben sollen. Die Zeitung stützt dies auf das Journal des Sicherheitsdienstes der Universität Zürich. Gemäss diesem Papier hätten sich die beiden Männer am Morgen des 25. September 2012 vermutlich mit einem Passpartout Einlass in Ritzmanns Büro verschafft.

Sie seien von einer Mitarbeiterin aufgegriffen und weggewiesen worden. Die Universität hatte den Vorfall der Stadtpolizei Zürich gemeldet, da Institutsleiter Flurin Condrau zu diesem Zeitpunkt unter Personenschutz stand. Allerdings erfolgte keine formelle Anzeige, weshalb eine Untersuchung des Vorfalls unterblieb.

Mörgeli war am 21. September 2012 von der Universität Zürich entlassen worden. Seiner ebenfalls entlassenen ehemaligen Büronachbarin Ritzmann wirft die Staatsanwaltschaft Zürich mehrfache Amtsgeheimnisverletzung vor. Mit ihren mutmasslichen Indiskretionen habe sie die Affäre Mörgeli ins Rollen gebracht.