Ausserdem wolle die UZH die Habilitation und die Titularprofessur neu regeln, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt. Die universitätsinterne Vernehmlassung zu diesen Vorschlägen dauere bis Ende November 2014.

Mit der Reorganisation der Universitätsleitung wolle die UZH die Führung stärken und die Fakultäten, insbesondere die Medizinische Fakultät, besser in die gesamtuniversitären Entscheidungen einbeziehen. Neu sollen deshalb alle Dekaninnen und Dekane Mitglieder der Universitätsleitung werden. So gewinnen die Fakultäten mehr Einfluss in der Universitätsleitung, sollen aber auch mehr Verantwortung tragen, sagt UZH-Rektor Michael Hengartner. Die Funktion des Dekans der Medizinischen Fakultät werde dabei aufgewertet zu einem Direktor Universitäre Medizin. Diese Person solle die Verbindungen zwischen der Universität, der Medizinischen Fakultät, den universitären Spitälern und anderen Akteuren des Gesundheitsbereichs sicherstellen. Die Amtsdauer soll neu auf vier Jahre verlängert werden.

Der neuen Universitätsleitung werden demnach der Rektor, drei Prorektorinnen und Prorektoren, der Direktor Finanzen und Infrastruktur, der Direktor Universitäre Medizin sowie sechs Dekaninnen und Dekane angehören. Innerhalb der Universitätsleitung werde ein Direktorium, bestehend aus dem Rektor, den Prorektoren und den beiden Direktoren, für bestimmte Geschäfte wie Finanzen und Berufungen zuständig sein.

Prorektorinnen und Prorektoren mit neuen Schwerpunkten

Da künftig jede Fakultät direkt von der eigenen Dekanin oder vom Dekan in der Universitätsleitung vertreten sein werde, sollen sich die Prorektorinnen und Prorektoren vollamtlich um neue Schwerpunkte kümmern. Neu solle es ein Prorektorat Forschung, Nachwuchsförderung und Innovation, ein Prorektorat Studium und Lehre sowie ein Prorektorat Professuren und Personal geben.

Um die Position des Rektors zu stärken, werde das Wahlverfahren für die Mitglieder des Direktoriums und der Dekane angepasst. Der Rektor werde stimmberechtigtes Mitglied der Findungskommissionen für das Direktorium. Mehr Einfluss erhalte er auch bei der Wahl der Dekaninnen und Dekane, indem er die von der Fakultät erstellte Liste der Kandidierenden genehmige.

Diese Neustrukturierung sei eine Folge der regelmässig stattfindenden Evaluation der Universitätsleitung sowie eines kantonalen Projekts, das sich mit der Governance und Strategie für die Universitäre Medizin befasst.

Privatdozentinnen und Privatdozenten auf Dauer

Die UZH wolle ausserdem die Habilitation neu regeln. Sie solle weiterhin zum Titel des Privatdozenten, der Privatdozentin führen, auch wenn sie in manchen Fachgebieten an Bedeutung verloren habe. Dieser Titel solle zeitlich unbegrenzt gelten. Neu definiert werde die mit der Habilitation verbundene Lehrbefugnis, die sogenannte Venia Legendi. Privatdozierende können Lehrveranstaltungen abhalten in dem Fachgebiet, für das Ihnen die Venia Legendi erteilt worden ist. Es bestehe aber kein Anspruch auf Lehre im Rahmen von Studiengängen, auf Anstellung wie auch auf Entschädigung.

Titularprofessur an externe Personen

Die Neuerungen betreffen auch die Titularprofessur. Der Titel eines Titularprofessors oder einer Titularprofessorin solle künftig nur an Personen verliehen werden, die ihre Hauptanstellung nicht an der UZH haben. Diese müssen keine Habilitation vorweisen, aber fachlich bestens ausgewiesen sein. Der Titel werde auf Antrag der Fakultät durch die Erweiterte Universitätsleitung für sechs Jahre verliehen und könne verlängert werden. Bisherige Titularprofessoren haben das Recht, den Titel weiterzuführen.

Professur ad personam mit gleichen Rechten

Für interne und externe Personen, die akademisch hochqualifiziert sind, sei die Professur ad personam vorgesehen. Es handele sich dabei um ein bereits bestehendes und gut etabliertes Instrument. Auch für eine Professur ad personam brauche es zunächst einen Antrag der Fakultät , eine Habilitation sei nicht vorausgesetzt. Die Ernennung erfolge durch den Universitätsrat auf sechs Jahre und könne verlängert werden. Professorinnen und Professoren ad personam werden Mitglieder der jeweiligen Fakultät und haben im Gegensatz zu den Titularprofessorinnen und -professoren die gleichen Rechte wie die anderen Professorinnen und Professoren.

Anpassungen der Universitätsordnung und des Universitätsgesetzes

Die Fakultäten der UZH, die Organisationen der Stände der Privatdozierenden, des Mittelbaus und der Studierenden sowie das administrative und technische Personal haben nun bis Ende November 2014 Zeit, zu diesen Vorschlägen Stellung zu nehmen. Nach Auswertung der Vernehmlassung unterbreite die Universitätsleitung der Erweiterten Universitätsleitung einen definitiven Antrag mit der Empfehlung, diesen zuhanden des Universitätsrats zu verabschieden. Die vorgeschlagenen Änderungen bedingen Anpassungen der Universitätsordnung und des Universitätsgesetzes. Die Universitätsordnung könnte bis ca. Mitte 2015 angepasst werden, die Revision des Universitätsgesetz dürfte bis nach 2016 dauern. (fwa)