Wie gehts es der Fespo? Kämpft sie mit ähnlichen Problemen, wie sie die Züspa hatte?

Stephan Amstad: Nein. Wir verzeichneten in den vergangenen Jahren konstant zwischen 60 000 und 70 000 Besucher. Auch die Rückmeldungen unserer Aussteller sind grösstenteils positiv.

Woran scheiterte Ihrer Ansicht nach die Züspa?

Ich meine das jetzt nicht wertend, aber wahrscheinlich war das Konzept in einem sehr urbanen Raum wie Zürich einfach nicht mehr zeitgemäss. In etwas ländlicheren Gebieten wie Bern oder St. Gallen hingegen funktionieren solche Messen nach wie vor sehr gut, wie man bei der BEA und der Olma sieht.

Ist das Internet eine Konkurrenz für die Fespo und ihre Aussteller? Sich über Urlaubsziele informieren und Reisen buchen kann man heutzutage doch online erledigen.

Natürlich kann man das. Viele Kundinnen und Kunden brauchen aber zuerst mal eine Idee, wohin sie denn wollen, oder sie sind auf der Suche nach sehr spezifischen Informationen. In beiden Bereichen haben die rund 600 Aussteller der Fespo viel zu bieten. Viele davon sind in ihren Gebieten absolute Spezialisten.

Und wenn sich Messebesucher zwar an der Fespo beraten lassen, dann aber die Reise günstig im Internet buchen?

Das kommt wohl vor. Bei vielen unserer Aussteller handelt es sich aber um Tourismusorganisationen einzelner Destinationen. Denen spielt es keine grosse Rolle, über welchen Kanal eine Reise letztlich gebucht wird.

Gastland an der Fespo ist dieses Jahr die Mongolei. Nicht gerade ein typisches Reiseziel, oder?

Wir versuchen natürlich immer, neben den bereits bekannten Destinationen auch neue vorzustellen. Die Mongolei ist ein gutes Beispiel dafür. Die Schweizerinnen und Schweizer machen ja gerne Ferien in Gegenden, die einerseits eine gewisse Infrastruktur bieten, gleichzeitig aber noch unentdeckt sind oder zumindest noch nicht von Touristen überrannt werden.

Welche Regionen gibt es an der Fespo sonst noch zu entdecken?

Zum ersten Mal an der Fespo sind die Malediven, die Philippinen und die Seychellen. Das sind alles Destinationen, die Edelweiss mit Direktflügen ab Zürich bedient. Für die Tourismusorganisationen der jeweiligen Regionen ist das ein entscheidender Faktor, wenn es darum geht, ob sie sich an der Fespo präsentieren wollen oder nicht.

Einen ähnlichen Effekt gibt es bei Urlaubszielen auf dem Balkan. Albanien, Serbien und Montenegro werden zu neuen Trenddestinationen. Das hat unter anderem auch mit neuen Direktflügen zu tun. Solche Entwicklungen wirken sich auf die Fespo aus. Wir sind eine Art Spiegelbild der Tourismuslandschaft.