Langstrassenfest
Absage des Langstrassenfestes für Stadtrat unverständlich

Der Zürcher Stadtrat sieht keine handfesten Gründe für die Absage des diesjährigen Langstrassenfestes. Er weist Vorwürfe der Organisatoren zurück, die Stadt habe mit neuen Auflagen das Fest verunmöglicht.

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Die Zürcher Langstrasse (Symbolbild)

Die Zürcher Langstrasse (Symbolbild)

Keystone

Die Veranstalter des Langstrassenfestes hatten im Januar den Anlass kurzerhand abgesagt. Zur Begründung führten sie an, die Stadt habe Forderungen gestellt, die das Fest verunmöglichten. Die Auflagen hätten Mehrkosten und Ertragseinbussen zur Folge.

In einer am Donnerstag publizierten Antwort auf eine dringliche Anfrage der FDP weist der Stadtrat darauf hin, zum Zeitpunkt der Absage habe es noch gar keine definitiven Auflagen gegeben. Der Verzicht der Organisatoren sei für das Polizeidepartement deshalb umso überraschender gewesen.

Personendurchfluss verbessern

Das grosse Problem beim Langstrassenfest ist laut dem Stadtrat die Breite der Langstrasse. Für eine Festveranstaltung mit täglich rund 100'000 Besuchenden sei diese extrem schmal. Feststände auf beiden Strassenseiten stellten ein Sicherheitsrisiko dar, heisst es.

Deshalb sei angestrebt worden, im engeren Festperimeter Stände nur noch auf einer Strassenseite zuzulassen, so dass der Rest des Strassenraums für die Zirkulation der Personenströme sowie für Fluchtwege zur Verfügung stehe. Für die aufgehobenen Stände seien Ersatzflächen an der Molkenstrasse angeboten worden.

Bei der Langstrassenunterführung sei zudem eine Überprüfung der Platzierung der Konzertbühne verlangt worden. Vorgeschlagen worden sei, die Bühne um 90 Grad zu drehen, um so den Personendurchfluss zu verbessern und eine mögliche Massenpanik zu verhindern.

Sicherheit muss gewährleistet sein

Der Stadtrat stehe nach wie vor hinter dem farbigen und fröhlichen Langstrassenfest, hält er fest. Er sei aber auch bestrebt, dem Thema Sicherheit und Crowd Management mehr Bedeutung zuzumessen.

Seit der Massenpanik an der Love-Parade 2010 im deutschen Duisburg, bei der 21 Menschen starben, würden bei Grossveranstaltungen generell die Sicherheitskonzepte der Veranstaltenden überprüft und abgeglichen. Schwerpunkt der Überprüfung seien alle Hindernisse, die den ungehinderten Personenstrom beeinträchtigen.

Auflagen dienten der allgemeinen Sicherheit und seien im Interesse aller, insbesondere auch der Veranstaltenden. Im Falle des Langstrassenfestes seien die vorgesehenen Änderungen differenziert und moderat gewesen. Der Stadtrat ist deshalb der Ansicht, dass das Fest auch mit den Auflagen hätte durchgeführt werden können.