Die Beschwerden stammen von mehreren Dutzend Personen, bestätigte Bea Schwager auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda einen Bericht der "NZZ am Sonntag". Schwager ist Leiterin der Sans-Papiers-Anlaufstelle Zürich. "Unseres Erachtens sind die Eingrenzungen unverhältnismässig."

Bei den Personen handelt es sich um abgewiesene Asylsuchende, die keine Identitätspapiere haben und deshalb nicht in ihre Herkunftsländer ausgeschafft werden können.

Aktuell halten sich im Kanton Zürich knapp 800 Personen auf, die ihr Aufenthaltsrecht verloren haben. Dies teilte die Sicherheitsdirektion Anfang September mit. Gegenüber 179 von ihnen wurde eine Eingrenzung verfügt.

Mit einer Eingrenzung schränken Migrationsbehörden die Bewegungsfreiheit einer Person auf ein bestimmtes Gebiet um ihren Aufenthaltsort herum ein. Das Migrationsamt des Kantons Zürich verfügt diese Massnahme zur Durchsetzung des Wegweisungsvollzugs hauptsächlich gegenüber Straffälligen. Sie wird aber auch gezielt gegenüber Personen eingesetzt, die die Schweiz rasch verlassen können.

Seit August 2012 total 351 Eingrenzungen

Das Zürcher Migrationsamt, das zur Sicherheitsdirektion von SP-Regierungsrat Mario Fehr gehört, hat seit August 2012 insgesamt 351 Eingrenzungen gegen rechtsgültig abgewiesene Personen ausgesprochen. Bei zwei Dritteln davon lag eine Straffälligkeit gemäss Strafgesetzbuch oder Betäubungsmittelgesetz vor.

Fehrs Partei ist mit dem Vorgehen nicht einverstanden. Am 1. September haben die Delegierten an der Parteiversammlung eine Petition verabschiedet, die den "schikanösen Umgang" mit abgewiesenen Asylbewerbern kritisiert und für sie mehr Bewegungsfreiheit im Kanton Zürich fordert.