Hinwil
Abfallbetrüger von Zürcher Obergericht für schuldig erklärt

Der Unternehmer, welcher für die Gemeinde Hinwil den Abfall eingesammelt hatte und wegen Betruges schon vom Bezirksgericht freigesprochen wurde, erhielt nun doch noch eine bedingte zwei jährige Freiheitsstraffe vom Zürcher Obergericht aufgebrummt.

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Keystone

Der 61-jährige Recycling-Unternehmer wurde 2002 von der Gemeinde beauftragt den Abfall in Hinwil einzusammeln. Dies tat er auch während sieben Jahren. Jedoch verrechnete er der Gemeinde Kehricht, welcher er gegen Bezahlung von anderen Kunden eingesammelt hatte. So wurden der Gemeinde insgesamt 1217 Tonnen Abfall zu viel verrechnet, was einem Betrag von 316 681 Franken entspricht.

Der Geschäftsführer gab an, dass er sicher einen Fehler gemacht habe, dieser aber unabsichtlich gewesen sei und auf buchhalterische Fehler zurückzuführen sei. Auch habe er gelegentlich den gesammelten Müll auf eigene Rechnung abgeliefert und so angenommen, dass sich das Ganze so ausgleiche.

Vor dem Bezirksgericht in Hinwil wurde der Unternehmer, welche die Geschäftsführung inzwischen an seine Söhne weiter gab, Mangels an Beweisen noch freigesprochen. Das Zürcher Obergericht beurteilt den Fall nun aber anders und sieht hinter den Handlungen des Unternehmers eine klare kriminelle Energie.

Die Gemeinde Hinwil hat sich inzwischen aussergerichtlich mit dem Mann über ihre Zivilforderungen einigen können. Nicht so der Staatsanwalt. Dieser forderte anfangs noch eine teilbedingte Freiheitstrafe von zweieinhalb Jahren, ein Jahr davon unbedingt. In Anbetracht der ausgehandelten Wiedergutmachung setzte er seinen Antrag auf zwei Jahre bedingt herab.

(pas)