Wildnispark

Ab Samstag: Tiere dürfen im Wildnispark wieder besucht werden – mit Einschränkungen

Bei den Alpensteinböcken sind mehrere Jungtiere auf die Welt gekommen Sie sind tritt- und sprungsicher wie die Mama.

Bei den Alpensteinböcken sind mehrere Jungtiere auf die Welt gekommen Sie sind tritt- und sprungsicher wie die Mama.

Zwei Tage früher als vorgesehen öffnet der Wildnispark Zürich in Langnau seine Tore wieder – mit Einschränkungen. Die Besucherinnen und Besucher dürfen sich über diverse Jungtiere freuen.

Auf den Wegen und Plätzen des Wildnisparks Zürich kehrt wieder Leben ein: Diesen Samstag öffnet er nach dem Lockdown seine Tore, und Besucher können wieder einheimische Tiere wie Luchs, Murmeltier und Reh in ihren Gehegen beobachten.

Martin Kilchenmann, der beim Wildnispark für den Bereich Tiere verantwortlich ist, hat den bundesrätlichen Lockerungsentscheid zu den Coronamassnahmen von vergangener Woche erfreut zur Kenntnis genommen: «Die Leute warten sicher darauf, dass wir wieder öffnen, und wir freuen uns auch, wenn wir endlich wieder Besucher begrüssen dürfen.»

Daher habe die Geschäftsleitung des Wildnisparks beschlossen, es dem Zoo Zürich gleichzutun und nicht erst am Montag, sondern bereits zwei Tage zuvor wieder zu öffnen. Ohne Schutzkonzept geht es allerdings nicht. Doch wie sieht dieses aus? In einem Park, in dem anders als etwa im Zoo Zürich kein Eintritt bezahlt werden muss und der Zutritt über mehrere Eingänge möglich ist?

Vier Quadratmeter pro Besucher

Martin Kilchenmann sagt auf Anfrage, der Langenberg stütze sich in seinem Schutzkonzept auf jenes der beiden schweizerischen Zooverbände «Zooschweiz» und «Wildparks und Zoos der Schweiz». Dieses sieht neben Hygienemassnahmen auch eine Begrenzung der Besucherzahlen vor, damit die Abstandsregeln überall und jederzeit eingehalten werden können: Vier Quadratmeter Fläche müssen jedem Besucher jederzeit zur Verfügung stehen.

Eine Einschränkung bedeutet dies allerdings nicht. Denn der östliche Hauptteil des Parks, wo sich das Bärengehege befindet, ist laut Kilchenmann rund 26'000 Quadratmeter gross – die Gehege und der Wald nicht mitgerechnet – der Westteil mit den Elchen gut 6600 Quadratmeter. Das heisst, es dürfen sich rein rechnerisch mehr als 8000 Personen gleichzeitig im Park aufhalten.

Dass die Mitarbeiter in dieser Zahl mitgerechnet sind, spielt keine Rolle. «Denn auf 8000 Besucher gleichzeitig sind wir noch gar nie gekommen», sagt Kilchenmann. «An besucherstarken Tagen zählen wir vielleicht zwei- bis dreitausend Gäste aufs Mal.»

An allen Eingängen des Parks stehen Geräte, welche die Anzahl Ein- und Austritte registrieren. «Sollten wider Erwarten einmal 8000 Besucher gleichzeitig im Park sein, schliessen wir sofort die Tore an den drei Haupteingängen und die Holzbrücke zwischen dem West- und dem Ostteil des Parks», erklärt Kilchenmann.

Wildnisboten stehen im Einsatz

Ganz uneingeschränkt bewegen können sich die Parkbesucher aber nicht. Flaschenhälse wie die Kanzeln beim Bären- und beim Luchsgehege werden abgesperrt, und beispielsweise im Wildkatzenhaus oder auf der Kanzel bei den Sikahirschen wird ein Einbahnsystem eingerichtet. Primär setzt die Stiftung Wildnispark aber auf die Vernunft der Parkbesucher und darauf, dass diese das Abstandhalten mittlerweile verinnerlicht haben.

Dennoch werden an schönen, besucherstarken Tagen an den Hotspots – beim Bärengehege, beim Grillplatz, bei den Wölfen und auf dem Spielplatz – Wildnisboten im Einsatz sein. «Diese können zu den Tieren Auskunft geben – und, wenn es nötig ist, die Besucher an die Distanzregeln erinnern», sagt Kilchenmann.

Das Branchenschutzkonzept hält explizit fest, dass «das Zoopersonal die Befugnis hat, Personen oder Personengruppen mit riskantem Verhalten zurechtzuweisen oder entsprechend dem Vorfall auch die Polizei zu informieren».

Hinsichtlich der Tiere sind aber laut Kilchenmann keine besonderen Vorbereitungsmassnahmen nötig. Haben andere Tierparks gemeldet, dass sich gewisse Tiere während des Lockdowns ohne Besucher sichtlich gelangweilt haben, haben die Tierpfleger im Langenberg nichts dergleichen festgestellt.

«Es sind wohl vor allem Menschenaffen, für die die Besucher einen Zeitvertreib darstellen», sagt Kilchenmann, «für unsere Tiere gilt das nicht in diesem Masse.» Was hingegen für die Tiere im Langenberg gilt: Sie haben sich fleissig fortgepflanzt. Neben mehreren Hirschen und jungen Steinböcken ist auch eine junge Wildkatze auf die Welt gekommen.

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