Bezirksgericht Zürich

Aargauer Kassenleiterin veruntreute eine viertel Million bei «Media Markt»

Die Kaderfrau hatte die Aufsicht über sämtliche Kassen im Media Markt. (Symbolbild)

Die Kaderfrau hatte die Aufsicht über sämtliche Kassen im Media Markt. (Symbolbild)

Innerhalb eines Jahres hat eine Aargauer Kassenleiterin einer Media Markt-Filiale rund eine Viertel Million Franken für sich abgezweigt. Dafür kassierte die geständige Täterin aus Bremgarten nicht nur eine bedingte Geldstrafe von 14 400 Franken, sondern auch eine Busse von 1 800 Franken.

«Ich bin doch nicht blöd», lautet des Geschäftsmotto des Unternehmens «Media Markt». Dies dachte sich wohl auch eine langjährige Kassenleiterin einer Zürcher Filiale, als sie ab Sommer 2013 an ihrem Arbeitsplatz hohe Geldbeträge zu veruntreuen begann.

«Sie haben ihre bedeutende berufliche Position schamlos missachtet», lastete ihr der Zürcher Bezirksrichter Roland Heimann am Dienstag vor den Schranken an.

Fest steht, dass die Kaderfrau aus Bremgarten die Aufsicht über sämtliche Kassen und Kassiererinnen innehatte und – abgesehen von einer direkten Vorgesetzten – alleine den Zugang zum Tresor hatte. Umstände, die sie in Versuchung brachten, private Geldschulden wirkungsvoll abzubauen.

Dabei manipulierte die geschiedene Mutter von mehreren Kindern diverse ungenutzte Kassaschubladen, welche keiner Kassiererin zugeteilt waren. Blöd war nur, dass sie im Herbst 2014 nach einer internen Revision aufflog und entlassen wurde.

Ein Viertel Million Franken veruntreut

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl brachten den gesamten und beträchtlichen Schaden von rund einer Viertel Million Franken ans Licht. Den Grossteil der Beute von über 248'000 Franken hatte die Mittvierzigerin bereits ausgegeben. Sie sei wegen eines Kredit-Hais in finanzielle Engpässe geraten, gab die umfassend geständige Aargauerin vor Gericht zu.

Da das Verfahren im abgekürzten Rahmen erfolgte, kam es zu einem kurzen Prozess. So wurde die Ex-Kassenleiterin wegen mehrfacher Veruntreuung sowie mehrfacher Urkundenfälschung anklagegemäss zu einer bedingten Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu 40 Franken, also zu insgesamt 14 400 Franken verurteilt.

Hinzu kam eine zu zahlende Verbindungsbusse von 1'800 Franken. Die Beschuldigte wurde zudem verpflichtet, dem Unternehmen den gesamten Schaden von über 248'000 Franken samt Zinsen zurückzuzahlen. Die Verfahrenskosten sowie die Gerichtsgebühr von insgesamt 3'800 Franken wurden der Täterin auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung wurden dagegen auf die Staatskasse genommen.

Da die Beschuldigte eine feste Anstellung in einem anderen Geschäft in Aussicht hat, darf die geschädigte Privatklägerin auf eine Rückzahlung des Schadens hoffen.

Meistgesehen

Artboard 1