Zürich

90 Tonnen Abfall und 8.50 Franken fürs Bier: Die Street Parade in Zahlen

Gut acht Stunden brauchen die Lovemobiles für die zwei Paradekilometer.

Gut acht Stunden brauchen die Lovemobiles für die zwei Paradekilometer.

Mehrere hunderttausend Teilnehmer dürften am Samstag wieder entlang der Paraderoute am Zürcher Seebecken mitzuckeln.

  • 26. Ausgabe: Die Street Parade findet am Samstag zum 26. Mal statt. Gegründet wurde sie 1992 vom Zürcher Mathematikstudenten Marek Krynski. Er erhielt die Bewilligung, indem er die Techno-Parade als «Demonstration für Liebe, Friede, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz» anmeldete. Offiziell ist sie das bis heute.
  • 25 Love Mobiles: 25 bunt dekorierte Trucks, bestückt mit grossen Musikanlagen und sexy Tanzgruppen, rollen am Samstag im Schritttempo ums Zürcher Seebecken. Start ist um 14 Uhr beim Utoquai im Seefeld, der letzte Truck dürfte gut acht Stunden später das Ziel beim Hafen Enge erreichen. Fahrdistanz: zwei Kilometer.
  • 8 Bühnen: Auf acht Bühnen entlang der Street-Parade-Route legen ebenfalls DJs auf. Hier wird bis Mitternacht gefeiert. Anschliessend finden in der ganzen Stadt und Agglomeration Zürich in diversen Clubs rund 100 Partys mit elektronischer Musik statt.
  • Bis zu eine Million Besucher: Zwischen 750 000 und eine Million Besucher werden bei schönem Wetter erwartet. Und Petrus meint es offenbar wieder einmal gut mit den Ravern: Vorausgesagt ist ein Mix aus Sonne und Wolken bei 22 Grad Celsius.
  • 110 000 Franken Defizit: Bei der Street Parade 2016 resultierte ein Defizit von 110 000 Franken – bei einem Budget von 2,5 Millionen Franken. Nach Anschlägen in Frankreich und Deutschland waren die Sicherheitsvorkehrungen massiv ausgebaut worden. Sie bleiben auch 2017 gleich aufwendig. Um die Finanzen ins Lot zu bringen, setzen die Parademacher nun verstärkt auf Sponsoring, wie die «NZZ» berichtete. Der Verein Street Parade arbeitet nicht gewinnorientiert. Seine Haupteinnahmequellen sind Sponsoring und Getränkeverkauf.
  • 100 Millionen Franken Umsatz: Laut einer Studie der Zürcher Fachhochschule HWZ beschert die Street Parade der Schweizer Wirtschaft unmittelbar über 100 Millionen Franken Umsatz, etwa in Hotels, Restaurants, Detailhandelsgeschäften, Boutiquen und Clubs. Nur schwer beziffern lässt sich, wie gross der Werbeeffekt für den Zürich-Tourismus über den Anlass Street Parade hinaus ist.
Die Spuren der Street Parade

Die Spuren der Street Parade

Die Besucher des Techno-Festes haben viel Abfall im Zürichsee hinterlassen. Taucher holen neben Müll, auch Wertsachen an die Oberfläche.

  • 90 Tonnen Abfall: Die Street Parade produzierte im Jahr 2016 insgesamt 90 Tonnen Abfall. Ein Jahr vorher waren es 129 Tonnen. Die Abfall- und Entsorgungskosten muss der Verein Street Parade der Stadt Zürich bezahlen.
  • 300 Milligramm MDMA: Drogenkonsum gehört auch zur Technokultur. Die Jugendberatung Streetwork der Stadt Zürich warnt vor hoch dosierten Ecstasy-Pillen: Es seien schon Tabletten verkauft worden, die bis zu 300 Milligramm des Ecstasy-Wirkstoffs MDMA enthielten. «Dies birgt für die Konsumenten enorme gesundheitliche Risiken», schreibt Streetwork.
  • 3 Deziliter Wasser: Wer den stundenlangen Partymarathon der Street Parade gut überstehen will, sollte pro Stunde mindestens drei Deziliter Wasser trinken, empfiehlt die Jugendberatung Streetwork.
  • 8,50 Franken fürs Bier: Die Getränkepreise an den Street-Parade-Ständen bleiben gegenüber den Vorjahren unverändert: 8,50 Franken für den Halbliter Bier, 5 Franken für den Halbliter Mineral. Davon deklarieren die Veranstalter jeweils einen Franken als Umweltabgabe – fürs Mülltrennen und zusätzliche WCs.
  • 1700 WCs: Die Toilettenhäuschen entlang der Paraderoute bieten Platz für 1700 Personen, sei es an Pissoir-Rinnen, sei es in Einzelkabinen. Von der Stadt vorgeschrieben wären laut Parade-Sprecher Stefan Epli 300 WC-Plätze. Abseits der eigentlichen Paraderoute werden in der Altstadt rund 100 zusätzliche WC-Anlagen mit 300 Plätzen aufgestellt.
  • 690 Patienten: An den acht Sanitätsposten von Schutz & Rettung Zürich wurden letztes Jahr während der Parade 690 Personen behandelt. Die häufigsten Gründe waren Schnittverletzungen und übermässiger Alkohol- und Drogenkonsum. Solides Schuhwerk wird empfohlen.
  • 50 Verhaftungen: An der letztjährigen Street Parade kam es laut Stadtpolizei zu rund 50 Festnahmen. Gründe waren Gewalt- und Drogendelikte, sexuelle Belästigungen und Anderes. Ein 19-jähriger Schweizer und ein gleichaltriger Iraner verletzten zwei Franzosen mit Messerstichen lebensgefährlich.
  • 0 Franken Gage: Traditionsgemäss treten die DJs am Gratis-Anlass Street Parade ohne Gage auf. Zu den Top-Acts zählen dieses Jahr Anja Schneider, Chris Liebing, Okain, Claptone und Dubfire.
  • 8 Minuten und 51 Sekunden: So lange dauert die diesjährige Street-Parade-Hymne. Sie stammt vom Westschweizer DJ Luciano und trägt den Titel des aktuellen Street-Parade-Mottos: «Love Never Ends».

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