Wahlen 2015
873 Kandidierende kämpfen um 35 Zürcher Nationalratssitze

Für die 35 Zürcher Nationalratssitze bewerben sich 873 Personen auf insgesamt 35 Listen. Das sind so viele Listen wie noch nie. Der Frauenanteil beträgt 34,8 Prozent.

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35 Plätze im Nationalrat werden von Zürchern besetzt.

35 Plätze im Nationalrat werden von Zürchern besetzt.

Keystone

Weil die Bevölkerungszahl zugenommen hat, darf Zürich neu 35 statt bislang 34 Nationalräte nach Bern schicken.

Ein Grund für den neuen Rekord von 35 Listen ist, dass es mehr Unterlisten gibt, wie Peter Moser vom Statistischen Amt des Kantons Zürich am Freitag vor den Medien sagte. Insgesamt gibt es 12 Nebenlisten von Hauptparteien.

Mehr Unterlisten

Ausser der BDP treten alle der derzeit im Parlament vertretenen acht Parteien nicht nur mit Haupt- sondern auch mit Unterlisten an. Gleich vier Listen präsentiert die EDU. Die AL versucht es mit zwei Listen.

Trotz der vielen Listen erreicht die Zahl der Kandidierenden keinen Spitzenwert, denn es gibt einige Listen mit nur wenigen oder gar nur einem Namen. Der bisherige Höchststand wurde 2003 erreicht mit 964 Kandidaturen.

Von den 873 Kandidierenden sind 304 Frauen. Das entspricht einem Anteil von 34,8 Prozent und ist etwa gleich viel wie vor vier Jahren (34,2 Prozent).

Bei den Parteien zeigt sich das gewohnte Muster: die linken Parteien haben eher höhere Frauenanteile, überdurchschnittlich sind sie aber auch bei GLP, CVP, EVP und FDP. Nur auf vier Listen sind die Frauen in der Mehrheit. Auf den ersten drei Listenplätzen beträgt der Frauenanteil 34,4 Prozent.

Durchschnittlich sind die Kandidierenden 41,6 Jahre alt. Das ist deutlich jünger als das Durchschnittsalter der Bisherigen, das bei 51,7 Jahren liegt. Insgesamt 21 Personen sind 18 oder 19 Jahre alt. Acht Kandidierende sind älter als 75.

Mehr junge Frauen

Die Altersverteilung ist fast dieselbe wie 2011. Interessant ist jedoch der deutlich höhere Frauenanteil bei den 18- bis 25-Jährigen, der bei 44,1 Prozent liegt, wie Moser sagte. Bei den Wahlen vor vier Jahren waren es nur 34,8 Prozent.

Fünf Bisherige treten nicht mehr an: Max Binder und Toni Bortoluzzi (beide SVP), Daniel Fischer (Grüne) sowie Andreas Gross und Jacqueline Fehr (beide SP). Die langjährige Nationalrätin Fehr wurde im Frühling in den Zürcher Regierungsrat gewählt.

Bislang sind SVP, SP, FDP, GLP, Grüne, BDP, CVP und EVP im Nationalrat vertreten. Sie erhalten die Listenplätze 1 bis 8 - entsprechend der Grösse ihrer bisherigen Vertretung. Die Reihenfolge der übrigen Listen wurde am Freitag öffentlich ausgelost. Als erste wurden ECOPOP gezogen, die zum ersten Mal antreten. Das letzte Los fiel auf Schweizer Freiheit und Recht.

Wie bei früheren Nationalratswahlen auch beteiligen sich am 18. Oktober wieder verschiedene Kleinst- und Juxparteien. Dazu gehören unter anderem die "Anti-Powerpoint-Partei" oder "Stopp Stau und Blitzterror - die Autofahrer Liste".

Die Listen mit den Kandidierenden sind ab dem 26. August im Internet verfügbar. Am 28. August werden sie im Amtsblatt publiziert.