Bis zu 85 000 Franken pro Monat soll die Unterbringung des 12-jährigen B. gekostet haben. Der Junge soll zu impulsiven Ausbrüchen neigen, unter sozialen Störungen leiden und traumatisiert sein. Die Kosten seiner Unterbringung waren unter anderem deshalb so hoch, weil zusätzlich zur Behandlung in einer psychiatrischen Klinik auch noch ein Sicherheitsdienst den Jungen rund um die Uhr überwachen musste.

Die für die Wohngemeinde der Mutter zuständige Kesb Bezirk Affoltern hat gestern schriftlich Stellung genommen zu dem Fall. Beim Fall des Jungen handle es sich um einen «Extremfall», den es im Bezirk Affoltern seit Bestehen der Kesb noch nie gegeben habe. Es handle sich nicht um eine «übliche Platzierung», sondern um eine fürsorgerische Unterbringung aufgrund von Selbst- und Fremdgefährdung. Vor der fürsorgerischen Unterbringung, gegen die laut Mitteilung keine Beschwerde erhoben wurde, sind mehrere andere Bemühungen, um den 12-Jährigen und seiner Mutter zu helfen, gescheitert.

Eltern müssten aufkommen

Zu den Kosten schreibt die Kesb, dass sich die Zusatzkosten für den Personenschutz auf 40 000 bis 50 000 Franken monatlich belaufen hätten. Dies jedoch nur während eines Zeitraums von maximal sechs Wochen. Die konkret in Rechnung gestellten Beträge seien der Behörde nicht bekannt. Grundsätzlich sei es so, dass die Eltern für solche Zusatzkosten aufkommen müssten. Falls diese die Kosten nicht tragen könnten, seien sie von der Wohngemeinde zu übernehmen. Die Behandlungs- und Unterbringungskosten würden in der Regel von der Kranken- oder Invalidenversicherung übernommen.

Der Junge soll aus der Unterbringung entlassen werden, sobald die Voraussetzungen dafür nicht mehr erfüllt seien. Dies werde regelmässig überprüft. Laut Alexandra Zürcher, Präsidentin KESB Bezirk Affoltern, findet eine erste Überprüfung spätestens nach sechs Monaten statt.